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Offenburg, 24. März 2009. Für Kinder und Jugendliche, die aufgrund familiärer Krisen vorübergehend nicht mehr in ihrer eigenen Familie leben können, hat das Jugendamt beim Landratsamt Ortenaukreis vergangenes Jahr das Konzept der Bereitschaftspflege entwickelt. Seit vier Monaten besteht nun die Möglichkeit, junge Menschen in familiärer Bereitschaftspflege unterzubringen. „Das Konzept bewährt sich. Aufgrund der großen Nachfrage benötigen wir dringend weitere Bereitschaftspflegefamilien“, so Pflegestellenkoordinator Markus Gertis in einer ersten Bilanz. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des Kommunalen Sozialen Dienstes im Jugendamt (KSD) können durch die Bereitschaftspflege den betroffenen Kindern in Krisensituationen schnell helfen und deren Familien entlasten. Dieses Angebot wird laut Gertis von den Fachleuten des KSD als sehr hilfreich empfunden, da es in der Krise zur Beruhigung führt und dann weitere Entscheidungen mit der Familie getroffen werden können. „Zufrieden sind auch die bislang vier Bereitschaftspflegefamilien. Sie machen in der Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Sozialen Dienst gute Erfahrungen und sehen die Aufnahme der Kinder und Jugendlichen als sehr bereichernd für ihr Familienleben an“, berichtet Pflegestellenkoordinator. Die Anlässe für Bereitschaftspflege sind vielfältig. Untergebracht wurde beispielsweise ein 14-jähriges Mädchen nach massiven Auseinandersetzungen mit ihren Eltern. Wie sich zeigte, ging es um eine „Auszeit“, die der KSD für eine intensive Familienberatung nutzte. Anschließend konnte das Mädchen wieder nach Hause zurückkehren. In einem anderen Fall wurde ein zehnjähriger Junge aufgenommen, dessen allein erziehende Mutter sich für mehrere Wochen in stationäre psychiatrische Behandlung begeben musste. Auch für Kleinkinder, für die eine Perspektive gefunden werden muss, weil die leiblichen Eltern nicht für sie sorgen können, kommt eine vorübergehende Bereitschaftspflege in Frage. Für solche und ähnliche Situationen möchte das Landratsamt Ortenaukreis das Angebot an familiärer Bereitschaftspflege nun ausbauen. Daher sucht das Jugendamt des Ortenaukreises weitere Familien, bei denen mindestens ein Elternteil über pädagogische Berufserfahrung verfügt, und die sich vorstellen können, junge Menschen für eine bestimmte Zeit bei sich aufzunehmen. Die Aufgabe eignet sich für Erzieher, Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger und Angehörige anderer pädagogischer Berufe. Geeignete Bereitschaftspflegefamilien werden in Seminaren auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet und qualifiziert. Nach der Aufnahme eines Kindes begleitet der KSD die Familien intensiv. Der KSD betreut das Pflegeverhältnis und bietet darüber hinaus regelmäßige Gruppensupervision und Fortbildungen an. Für ihre Tätigkeit erhalten die Familien ein angemessenes Honorar, das eine Bereithaltepauschale und einen erhöhten Pflegesatz bei Belegung umfasst. In der Praxis kommen auf die Bereitschaftspflegeeltern vielfältige Anforderungen zu. Sie verpflichten sich, werktags für eine Aufnahme anrufbereit zu sein. Ein Elternteil darf nicht berufstätig, sondern muss überwiegend zu Hause sein. Für das Pflegekind muss ein eigenes Zimmer zur Verfügung stehen. Die Bewerber und ihre Familien sollten offen, tolerant und belastbar sein und sich eine Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Sozialen Dienst und den Herkunftseltern gut vorstellen können. Sie müssen sich darauf einstellen können, junge Menschen kurzfristig bei sich aufzunehmen, ihnen eine Zeit lang Wärme und Geborgenheit zu geben und sich dann wieder von ihnen zu verabschieden. Da die Kinder oder Jugendlichen jeweils nur für einige Monate zu Gast sind, bleiben Bereitschaftspflegeeltern in ihrer langfristigen Lebensplanung flexibel. Interessierte Familien können sich beim Pflegestellenkoordinator des Landratsamtes Ortenaukreis, Markus Gertis, Tel. 0781 805 1373, Badstr. 20, 77652 Offenburg, näher erkundigen und die Bewerbungsunterlagen anfordern.