Hilfsnavigation

  • Tulpen
  • Kulinarische Ortenau.
  • Fachkräfte helfen Ihnen bei privaten wie beruflichen Fragen.
  • Straßenmeister des Ortenaukreises bei der Arbeit.
Offenburg, 30. April 2009. Um sich über den Ortenaukreis zu informieren, seine Stärken und Zukunftspotentiale kennen zu lernen, hat Regierungspräsident Julian Würtenberger am Donnerstag, 30. April, auf Einladung von Landrat Frank Scherer den Ortenaukreis besucht. Das Besuchsprogramm mit seinen insgesamt vier Stationen in Ringsheim, Lahr und Gengenbach stand unter dem Motto Nachhaltige Ortenau . Ich freue mich, auch in diesem Jahr zu einer Kreisbereisung in die Ortenau kommen zu können. Der Ortenaukreis ist nicht nur als flächengrößter Landkreis im Land, sondern insbesondere auch als Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung. Der Ortenaukreis hat großes Gewicht im Regierungsbezirk , sagte Würtenberger. Landrat Frank Scherer unterstrich in seiner Ansprache die enge und gute Zusammenarbeit des Landratsamtes Ortenaukreis mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Erste Station des Besuches war das Gelände des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) in Ringsheim, auf dem die Landkreise Emmendingen und Ortenaukreis eine moderne, ökologischen und ökonomischen Standards entsprechende mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage - MBA Kahlenberg - betreiben. Regierungspräsident Julian Würtenberger weihte gemeinsam mit den Landräten Hanno Hurth und Frank Scherer das neue Informations- und Umweltbildungszentrum Blickpunkt Kahlenberg des Zweckverbandes ein. Die Teilnahme an der Eröffnung des Zentrums im Rahmen der Kreisbereisung sei ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, sagte Würtenberger. Landrat Frank Scherer betonte, dass insbesondere auch die moderne Abfallbehandlung auf dem Kahlenberg deutlich mache, wie wichtig der Ortenaukreis das Thema Nachhaltigkeit nehme und dankte Würtenberger für die Teilnahme an der Einweihung. In dem baulich ansprechenden und gleichermaßen funktionalen Gebäude des Informations- und Umweltbildungszentrums soll künftig sowohl Schulklassen und Besuchergruppen als auch Fachpublikum aus aller Welt die innovative Technologie der neuen und patentierten Abfallbehandlungsanlage vorgestellt werden. Bis zu 140 Personen können im neuen Gebäude gleichzeitig empfangen und über das neue Konzept und die Behandlung und Verwertung der Abfälle informiert werden. Das Thema Frühe Hilfen im Ortenaukreis stellte dann in Lahr den zweiten Besuchsschwerpunkt des Regierungspräsidenten dar. Ullrich Böttinger, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Lahr, stellte das Projekt vor, das der Ortenaukreis in den nächsten zwei Jahren nach einem Stufenplan umsetzen will. Die Frühen Hilfen, so Böttinger, richteten sich an alle Eltern mit Kindern von null bis drei Jahren sowie an werdende Eltern. Der Ortenaukreis will mit dem Angebot vor allem auch Risikogruppen wie psychisch kranke oder suchtkranke Eltern, jugendliche Eltern sowie Eltern mit mehrfachen Belastungen und eingeschränkter Erziehungskompetenz früher und besser erreichen als bisher. Kern der Konzeption ist die engere Vernetzung von Jugendhilfe und Gesundheitswesen, die Einrichtung von fünf Fachstellen Frühe Hilfen im Ortenaukreis sowie einer zentralen Kinderschutzambulanz am Klinikum Offenburg. Mit dem sogenannten Garagenprojekt in Lahr besuchte Würtenberger ein weiteres erfolgreiches Beispiel der Arbeit der Sozialverwaltung des Landkreises. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene mit erheblichen Gefährdungen ihrer schulischen, beruflichen, sozialen und persönlichen Entwicklung werden in dem Projekt betreut. Es stellt eine Kombination aus schulischen und außerschulischen Bildungsangeboten sowie Werkpädagogik mit arbeitsmarktnaher Beschäftigung und Qualifizierung dar. Schwerpunkt ist die intensive und für jeden Teilnehmer individuell ausgerichtete sozialpädagogische Betreuung. In einer eigenen arbeitsplatznah ausgerichteten Werkstatt werden vorrangig Holzprodukte für externe Auftraggeber gefertigt. Ziel des Garagenprojekts ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder in schulische Bildungsgänge oder die berufliche Ausbildung zu integrieren und sie somit vor gesellschaftlicher Ausgrenzung und drohender Arbeitslosigkeit zu bewahren. Die Vermittlungsquote in Schule, Ausbildung oder Arbeit liegt bei über 60 Prozent. Die Projekterfolge werden von den Kooperationspartnern wie auch von den Teilnehmern selbst als hoch und nachhaltig bewertet. Am Beispiel des Gengenbacher Kinzigwehrs ließ sich der Regierungspräsident vor Ort und im Beisein von Bürgermeister Michael Roschach erläutern, wie sich der wirtschaftliche Ausbau der Wasserkraft und gewässerökologische Ziele im Ortenaukreis vereinbaren lassen. Zwischen Kehl und Steinach wird die Kinzig demnächst auf einer Strecke von 42 Kilometern für Fische durchgängig gestaltet sein. Gleichzeitig werden vier neue Wasserkraftanlagen emissionsfrei und mit einem hohen Wirkungsgrad Strom erzeugen können. Die Jahresproduktion an Strom soll dadurch um das knapp Vierfache auf über zehn Millionen Kilowattstunden gesteigert werden. Die Nutzung der Wasserkraft an der Kinzig setzt zum einen die Ziele der baden-württembergischen Landesregierung um, den Anteil regenerativer Energien auf 20 Prozent zu steigern. Zum anderen wird die Kinzig dank Fischaufstiegsanlagen für Fische durchgängig gestaltet, so wie es die EU-Wasserrahmenrichtlinien vorsehen. Am Kinzigwehr baut die E-Werk Mittelbaden Wasserkraft GmbH & Co. KG derzeit ein Wasserkraftwerk der neuesten Generation. Die Europäische Kommission fördert diese Anlage im Projekt EU-Life, weil sie neben der Erzeugung von Energie einen wichtigen Beitrag zur Gewässer-ökologie leistet. Der in Gengenbach erstmalig gebaute Prototyp dieser Anlage führt durch seine über- und unterströmte Turbine zu wesentlichen ökologischen Verbesserungen. Die bisher für Wanderfische wie den Lachs nicht durchgängige Staustufe wird durch den Bau eines Fischauf- sowie abstiegs nun durchgängig gemacht. Die Kriterien der EU hinsichtlich der Wasserrahmenrichtlinie sind somit erfüllt. Zudem ist diese Technik nicht nur leise, sondern stellt nahezu keinen Eingriff in die Optik dar. Bei dem Projekt gehe es darum, den Anteil regenerativ erzeugten Stroms zu erhöhen, sagte Helmut Nitschke, Direktor des E-Werks Mittelbaden. Als regionaler Stromversorger freuen wir uns gleich doppelt über ökologischen Strom, der unsere heimische Wasserkraft nutzt , so Nitschke. Die 3,8 Millionen Euro teure Anlage soll Ende 2009 in Betrieb gehen und rund 530 Kilowattstunden leisten. Das Kraftwerk wird durchschnittlich etwa 800 Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgen.