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Offenburg, 20. Mai 2009 - Pflege- und Adoptiveltern lud das Jugendamt beim Landratsamt Ortenaukreis am vergangenen Wochenende zu einem Seminar nach Offenburg ein. Etwa 60 Personen folgten den Ausführungen von Dr. Bettina Bonus über den Umgang mit Kindern, die bereits als Säuglinge oder Kleinkinder traumatische Erlebnisse erfahren haben. Bonus, die sich als Beraterin für Pflege- und Adoptivfamilien und Autorin bundesweit einen Namen gemacht hat, stellte gleich zu Beginn klar: Bei weitem nicht alle Pflege- und Adoptivkinder sind traumatisiert. Oft wird diese Zuschreibung vorschnell und pauschal verwendet. Liegt jedoch eine gesicherte Diagnose vor, stehen laut Bonus die betroffenen Pflege- und Adoptiveltern vor einer großen Erziehungsaufgabe. Früh traumatisierte Kinder können oft vermeintlich normale und altersangemessene Aufgaben nicht erfüllen und verweigern hartnäckig beispielsweise ihre Hausaufgaben zu erledigen oder zu duschen. Im Unterschied zu Kindern aus ganz normalen Familienverhältnissen, die sich oft aus Faulheit oder Bequemlichkeit widersetzen, liegt bei diesen Kindern ein frühes Trauma zugrunde. Frühtraumatisierungen können entstehen, wenn Kinder von den leiblichen zu den Pflege- oder Adoptiveltern wechseln oder wenn sie bereits während der Schwangerschaft unterversorgt waren oder Gewalt erlebten. Dadurch reduziert sich Bonus zufolge das Selbstwertgefühl der Kinder, und bestimmte Anforderungen, die sie aus ihrer Sicht nicht bewältigen können, lehnen sie ab. Das Phänomen hat Bonus lange Jahre erforscht und bezeichnet es als Anstrengungsverweigerung. Um den betroffenen Kindern zu helfen sei hohe elterliche Präsenz nötig. Nach dem von ihr entwickelten Konzept könne mit konkreten pädagogischen Schritten eine Heilung erzielt werden. Zuversichtlich erklärte sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars: Ihr Einsatz wird sich lohnen. Sie müssen eine Lok auf das Gleis setzen und dafür sorgen, dass sie von nun an ständig in der Spur fährt. Das ist einfacher statt sie nach einigen Tagen wieder neu aufs Gleis setzen zu müssen. Schließlich bestätigte Bonus den Pflege- und Adoptiveltern, mit ihrem Engagement für die ihnen anvertrauten Kinder eine wunderbare, gleichzeitig auch anstrengende Aufgabe gewählt zu haben, und überzeugte sie, dass sie dieser Herausforderung auch gerecht werden können. Ansprechpartner für Fragen zum Thema Pflege- und Adoptivfamilien beim Landratsamt Ortenaukreis sind Markus Gertis (Tel. 0781 805 1373, E-mail: markus.gertis@ortenaukreis.de), Monika Thessen (0781 805 9760, E-mail: monika.thessen@ortenaukreis.de) und Brigitte Wolf-Richter (0781 805 9761, E-mail: ).