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Beim Besuch des Sägewerks Keller in Achern-Oberachern hat sich Landrat Frank Scherer gestern über die Situation der regionalen Sägewerke und den Holzverkauf im Ortenaukreis informiert. Sägewerke prägen schon immer das Gesicht der Schwarzwaldtäler und haben Generationen von Familien ernährt. Der in der Region reichlich vorhandene Rohstoff Holz gehört zur regionalen Identität der Ortenau wie auch die landwirtschaftlichen Produkte. Holz aus unserer Region ist ein hochwertiges Produkt, ein heimischer Rohstoff mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Es ist wichtig, dass gerade die Baubranche wieder mehr auf diesen heimischen Rohstoff zurückgreift, um die Region zu stärken. Der Holzmarkt und die Zukunft der Sägewerke, die derzeit einen Strukturwandel erleben, sind dem Ortenaukreis ein wichtiges Anliegen , sagte Scherer anlässlich der Besichtigung des Oberacherner Sägewerks. Die Hälfte der Fläche des Ortenaukreises ist mit Wald bedeckt. Die heute noch rund 50 überwiegend mittelständischen Sägewerke verfügen über eine Kapazität von etwa 1,2 Millionen Festmeter jährlich, wobei insbesondere aus Gründen der Nachhaltigkeit nur etwa 600.000 Festmeter Holz im Ortenaukreis eingeschlagen werden, die andere Hälfte wird aus anderen Regionen und dem benachbarten Elsass zugekauft. Etwa drei Viertel des jährlichen Holzeinschlag verarbeiten die Sägewerke zu Schnittholz für die Bauindustrie. Als Nebenprodukte fallen Hackschnitzel und Sägemehl an, die von Papier-, Holzwerkstoffindustrie und Pellethersteller weiter verwertet werden. Der verbleibende Teil des Holzeinschlags geht direkt in Papier- und Zellstoffindustrie und wird zunehmend auch als Brennholz verwendet. Der Geschäftsführer des Familienunternehmens Christian Keller, Betriebsleiter Axel Baumann und Holzeinkäufer Stefan Ackermann erläuterten dem Landrat die Abläufe in dem hochmodernen, exportorientierten Industriebetrieb, der als einer der größten Abnehmer für Ortenauer Waldbesitzer gilt. Das Oberacherner Sägewerk produziert Schnittholz. Die Sägeindustrie durchlebt einen Strukturwandel, der auf einem internationalen Konzentrationsprozess basiert. Viele Sägewerke in der Region und der Nachbarschaft kämpfen ums Überleben , berichtete Keller. Rückläufige Verkaufszahlen auf dem Schnittholzmarkt wirken sich auch auf den Rundholzpreis, den Preis der angelieferten Baumstämme, aus. Das lokal hohe Aufkommen an Sturm- und Schneebruchholz im vergangenen Winter hat den Preis zusätzlich gedrückt. Dennoch beobachten wir eine langsame Stabilisierung auf dem Holzmarkt , so der Geschäftsführer. Um die Holzwirtschaft zu unterstützen, engagiert sich der Ortenaukreis auf vielfältige Weise über die üblichen Standards hinaus. Zum einen werden die Revierleiter als Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaften eingebunden. Damit leistet das Landratsamt Ortenaukreis einen wesentlichen Beitrag, um Holz bei den Waldbesitzern zu mobilisieren und gebündelt als kundenspezifische Sortimente am Markt anzubieten. Zum anderen ist der Ortenaukreis neben verschiedenen Kommunen auch an der Waldservice Ortenau GmbH beteiligt. Sie bietet wichtige Dienstleistungspakete von der Waldbewirtschaftung über einen Arbeiterpool von Forstwirten bis hin zur Vermarktung und sichert nachhaltig und kundenspezifisch die Holzversorgung für die Betriebe.