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Offenburg, 6. August 2009 Führen Risikofaktoren bei Eltern infolge Sucht, Traumatisierung und psychischer Erkrankung zu Beeinträchtigungen bei ihren Kindern? Welche Maßnahmen sind geeignet, um Kinder davor zu schützen? Mit diesen Fragen setzten sich einer Mitteilung des Landratsamt Ortenaukreis zufolge rund einhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts und der Jugendhilfeeinrichtungen im Ortenaukreis kürzlich bei einer Fachtagung in Offenburg auseinander. Dr. Heinz Kindler, Diplom-Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Jugendinstitut in München, referierte über wissenschaftliche Grundlagen und Erkenntnisse zum Kinderschutz bei Familien in besonderen Belastungssituationen. Laut Kindler weisen Kinder von drogenabhängigen, traumatisierten oder psychisch kranken Eltern ein erhöhtes Risiko auf, unter Bedingungen aufzuwachsen, die eine gesunde Entwicklung gefährden. Die Tagungsteilnehmer diskutierten die Fragen, wie sich diese Risikofaktoren auf die Erziehungsfähigkeit der Eltern auswirken und wie groß die Gefahr ist, dass Kinder und Jugendliche dadurch vernachlässigt oder gar misshandelt werden können. Anhaltspunkten für Kindeswohlgefährdungen in solchen Familienkonstellationen wirksam zu begegnen, ist für die Fachkräfte der Jugendhilfe eine große Herausforderung, so Jugendamtsleiterin Martina Walter. Sie stehen immer wieder vor den Fragen: Wie lange kann das Jugendamt im Interesse des Kindeswohls noch unterstützende Maßnahmen durch das Jugendamt anbieten und wann kann und muss das Jugendamt für die Kinder sofortige Schutzmaßnahmen ergreifen? Die Gefährdung einzuschätzen und Einsicht und Motivation bei den Betroffenen herzustellen sind zentrale Aufgaben der Jugendhilfe. Wir erarbeiten mit den Familien Hilfe- und Schutzkonzepte und begleiten und überprüfen regelmäßig die Umsetzung. Wie wichtig dies ist, zeigen die Erfahrungen aus der gemeinsamen Praxis der Jugendhilfe , berichtet die Jugendamtsleiterin weiter. Um den Zugang zu Familien in gefährdenden Lebenslagen zu behalten, ist eine enge Zusammenarbeit aller am Kinderschutz beteiligten Fachkräfte, Sozialarbeiter, Psychologen , Erzieher, und Ärzte, notwendig. Das ist der wirksamste Schutz für Kinder, lautet das Fazit der Fachkräfte der freien und öffentlichen Jugendhilfe zur Veranstaltung.