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Offenburg, 7. August 2009 - Das Landratsamt Ortenaukreis hat mit der Sanierung der inzwischen sechsten Altlastfläche auf dem Flugplatz Lahr begonnen. Für rund eine Million Euro, einschließlich der Planungs- und begleitenden Ingenieurleistungen, wird eine 1.1000 Quadratmeter große Fläche im östlichen Flugplatzareal inmitten des dortigen Gewerbegebietes von Altlasten gereinigt. Vorangegangene Untersuchungen auf dem Gelände , so Bernhard Vetter, Leiter des Amtes für Wasser- und Bodenschutz beim Landratsamt Ortenaukreis, ergaben sowohl im Boden als auch im Grundwasser erhebliche Verunreinigungen mit Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), Aromatischen Kohlenwasserstoffen (AKW) und Polycyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Um das Gelände wieder nutzen zu können, war eine Sanierung zwingend notwendig. In dem ehemaligen Heizölzentrallager nördlich der Hall B 67 an der Rainer-Haungs-Straße wurde über Jahrzehnte Heizöl in drei unterirdischen Lagertanks mit jeweils 100.000 Liter Fassungsvermögen zwischengelagert und umgeschlagen. Dadurch gelangten auch erhebliche Mengen an Heizöl wie auch teerhaltige Stoffe aus der Tankisolierung in den Untergrund. Im Boden wurden bis zu 6.780 mg/kg Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), bis zu 29 mg/kg PAK (typisch für teerhaltige Stoffe) und bis zu 138 mg/kg Aromatische Kohlenwasserstoffe (leichtflüchtig) festgestellt. Im Grundwasser aus den Bohrungen wurden bis zu 354.000 µg/l MKW, 135 µg/l PAK und bis zu 10.800 µg/l AKW gemessen. Eine beauftrage Sanierungsfirma wird mithilfe mehrerer Verfahren die vorhandene Boden- und Grundwasserverunreinigung beseitigen. In einem ersten Schritt wird der belastete Boden bis auf eine Tiefe von fünf Metern ausgehoben. Im Anschluss wird das sich in der Grube sammelnde, verunreinigte Grundwasser mit mehreren Pumpen abgesaugt, über eine mehrstufige Grundwasseraufbereitungsanlage geführt und anschließend wieder versickert. Dieser Wasserkreislauf wird so lange weiterbetrieben, bis das Grundwasser als gereinigt angesehen werden kann. Nach der erfolgreichen Sanierung wird die Baugrube mit sauberem und bautechnisch geeignetem Bodenmaterial wiederverfüllt und verdichtet. Die vormals nicht bebaubare Fläche steht anschließend dem Industrie - und Gewerbezentrum Raum Lahr (IGZ) zur Weiterentwicklung als Gewerbefläche uneingeschränkt zur Verfügung , freut sich Amtsleiter Bernhard Vetter. Die mit ersten Vorarbeiten bereits Anfang Juli begonnene Sanierung werde voraussichtlich Ende Oktober abgeschlossen sein. Markus Ibert , Geschäftsführer der IGZ begrüßt, dass durch das konstruktive Zusammenwirken aller Beteiligten ein weiterer wichtiger Schritt getan wird, um im nördlichen Ostareal die Grundlage für einen Bebauungsplan und somit eine geordnete Fortentwicklung zu schaffen. Auftraggeber für die Sanierung ist das Landratsamt Ortenaukreis. Auf der Grundlage des bestehenden Antrags nach dem NATO-Truppenstatut beim ehemaligen Amt für Verteidigungslasten Karlsruhe auf Kostenerstattung tragen die verursachenden Streitkräfte der Staaten Kanada und Frankreich 75 Prozent und der Bund 25 Prozent der Kosten. Vertreter der französischen und kanadischen Streitkräfte, des Bundes sowie die Stadt Lahr und der IGZ Raum Lahr GmbH sind in die Planung und Durchführung der Maßnahmen eingebunden.