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Offenburg 24. September 2009 - Die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Landratsamt Ortenaukreis kann auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Bei einer Feierstunde im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg würdigte Landrat Frank Scherer gestern die Arbeit der Kontaktstelle als einen wesentlichen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen im Ortenaukreis. Bei seiner Begrüßung sagte Scherer: Die Selbsthilfe ist ein wesentlicher Bestandteil des Bürgerschaftlichen Engagements. Selbsthilfegruppen sind aber keine Selbstläufer. Es braucht Strukturen, die die Zugangswege zur Selbsthilfe erleichtern, es braucht fachliches Know how und logistische Unterstützung, auf die die Gruppen im Bedarfsfall zurückgreifen können und es braucht eine Gruppenübergreifende Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit für die Region. All dies leistet unsere Kontaktstelle für Selbsthilfe im Ortenaukreis erfolgreich. Scherer dankte den rund 150 Teilnehmern der Veranstaltung aus Städten und Gemeinden, der Ärzteschaft, den Kliniken sowie den Verbänden und Krankenkassen für die gute und effektive Kooperation mit der Selbsthilfearbeit. Der Landkreis werde die Selbsthilfe auch in Zukunft unterstützen, betonte der Landrat. Die Kontaktstelle wurde 1989 im damals noch staatlichen Gesundheitsamt Offenburg gegründet und kam 1995 im Zuge der Eingliederung des Gesundheitsamtes in die Kreisverwaltung zum Landratsamt Ortenaukreis. Dort wurde sie als Teil der Gesundheitsförderung im Sozialdezernat beim Amt für Soziale und Psychologische Dienste angesiedelt. Bewährt hat sich dies vor allem durch die Nähe zu den ebenfalls im Sozialdezernat angesiedelten Diensten und Planungsaufgaben, wie beispielsweise der Suchthilfekoordination, der Altenhilfekoordination, der Jugendhilfeplanung, den kreiseigenen Psychologischen Beratungsstellen und den Sozialpsychiatrischen Diensten. Welche Bedeutung die Selbsthilfe im Ortenaukreis hat, zeigten Andrea Blaser und Ingo Kempf von der Kontaktstelle in ihrem Vortrag auf. Rund 4.500 Menschen sind im Kreis in 170 Selbsthilfegruppen organisiert. An der Gründung von 100 Gruppen war die Kontaktstelle aktiv beteiligt. Das Spektrum reicht von chronischen Krankheiten, dem Suchtbereich, der seelischen Gesundheit bis zum Thema Familie. Den Festvortrag der Veranstaltung hielt Jürgen Matzat von der Justus-Liebig-Universität Gießen, der bundesweit als der Experte für die Selbsthilfe in Deutschland gilt. Unter dem Titel Selbsthilfe in Deutschland wie sie wurde, was sie ist , gab Matzat einen historischen Abriss der Selbsthilfebewegung. Noch vor 20 Jahren musste die Selbsthilfe ein Dasein in der Schmuddelecke fristen. Heute ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen , stellte Matzat fest. Somit seien alle, die in der Selbsthilfe engagiert sind, Teil einer großen gesellschaftlichen Bewegung.