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Offenburg, 2. Oktober 2009 - Um die weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers einzuschränken, haben das Landratsamt Ortenaukreis und das Landratsamt Emmendingen in sogenannten Allgemeinverfügungen neue Bestimmungen zur Bekämpfung des Schädlings erlassen. Der Ortenaukreis und der Landkreis Emmendingen haben damit den von Landwirtschaftsminister Peter Hauk angekündigten Wechsel von der bisherigen Ausrottungs- hin zu einer flexiblen Eingrenzungsstrategie auch verwaltungstechnisch vollzogen. Viele Maisbauern und die Öffentlichkeit hatten diesen Schritt in der jüngsten Vergangenheit gefordert. Die Landwirte können jetzt eigenständig entscheiden, ob und in welchen Jahren sie Mais anbauen möchten und rechtzeitig vor Beginn der Aussaat von Wintergetreide entsprechend betrieblich disponieren. Jetzt erhalten die Landwirte die nötige Handlungsfreiheit und vor allem Planungssicherheit für die nächsten Jahre , zeigte sich der Ortenauer Landrat Frank Scherer erfreut, dass ein Strategiewechsel möglich war. Im Ortenaukreis ist der Maiswurzelbohrer bereits im dritten Jahr in Folge aufgetreten. Die entsprechende EU-Verordnung lässt in einem solchen Fall eine Bekämpfung mit dem Ziel der Eingrenzung des Schädlings zu. Pflanzenschutzfachleute aus dem Julius-Kühn-Institut Braunschweig und dem landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg gehen wie viele betroffene Landwirte davon aus, dass eine vollständige Ausrottung des Schädlings nicht mehr möglich ist. Ein wesentlicher Grund für diese Annahme sind die europäischen Verkehrsachsen im Rheintal und der Luftverkehr, wodurch die ständige Gefahr der Einschleppung aus den Befallsgebieten in Südost- und Südeuropa besteht. In den Allgemeinverfügungen werden die beiden Landkreise zu Eingrenzungsgebieten erklärt (Radius von mindestens 30 km um den Erstbefall 2007 in Lahr-Hugsweier). In einem engeren Eingrenzungsgebiet, das das Rheintal und Vorbergzone einschließt, wird Maisanbau ab 2010 grundsätzlich nur noch in der sogenannten Fruchtfolge, also maximal zweimal in drei Jahren, möglich sein. Dabei sind Landwirte, die im jährlichen Fruchtwechsel Mais anbauen, zu keinen weiteren begleitenden Bekämpfungsmaßnahmen verpflichtet. Wer dagegen zwei Jahre in Folge Mais anbauen möchte, muss im zweiten Jahr parallel weitere Bekämpfungsmaßnahmen gegen Larven und Käfer durchführen. Auf Maisflächen mit Käferfunden in diesem Jahr und den angrenzenden Flächen muss der Einstieg in den Fruchtwechsel sofort erfolgen. Das bedeutet, es darf dort 2010 kein Mais angebaut werden. Die Schwarzwaldtäler sind bislang von der Fruchtfolgeregelung ausgenommen. Sollte dort der Maiswurzelbohrer auftreten, würde allerdings das gleiche Vorgehen wie im Rheintal notwendig werden. Beide Landratsämter werden deshalb in den gesamten Kreisgebieten zur Überwachung der Befallssituation ein dichtes Fallenmonitoring betreiben. Sollte es im Einzelfall noch notwendig werden, können in den gesamten Landkreisen gegen den Maiswurzelbohrer Insektizide eingesetzt werden. Es wird aber nicht mehr automatisch nach Käferfunden gespritzt werden müssen, wozu bisher eine gesetzliche Verpflichtung bestand. Die Allgemeinverfügungen werden öffentlich bekannt gemacht und können darüber hinaus auch auf den Webseiten der Landkreise Ortenau und Emmendingen eingesehen werden ().