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Landrat Frank Scherer hat sich beim Erörterungstermin zum Ausbau der Rheintalbahn am Donnerstag in Herbolzheim für eine neue, umwelt und menschenverträgliche Planung des Streckenabschnitts südlich von Offenburg durch die Bahn ausgesprochen. Die gegenwärtigen Planungen der Bahn werden zu stark von der Kostenfrage geprägt der Schutz der Menschen muss einen höheren Stellenwert erhalten. Es geht um hunderttausende Südbadener und die nächsten hundert Jahre , sagte Scherer. In seinem Statement dankte Scherer den kommunalen Vertretern aus der Region, den Bürgerinitiativen und insbesondere auch dem Regionalverband Südlicher Oberrhein. Sie hätten durch ihre Aktivitäten die Diskussion ständig bereichert und die Qualität der Entscheidungsbasis verbessert. Dies gelte auch für die Unterzeichner der Kappel-Grafenhausener Erklärung, sagte Scherer. Es sei gut, dass diese deutlich Position bezogen hätten, denn wir haben bei dem Ringen um die beste Lösung alle Ortenauerinnen und Ortenauer im Blick, also auch denkbare neue Betroffene , so Scherer. Der Kostenfaktor sei in den Planungen der Deutschen Bahn zu hoch bewertet, kritisierte Scherer. Wenn die Kosten bei einem Jahrhundertbauwerk vor dem Menschenschutz rangierten, dann sei das menschenverachtend und verstoße zudem gegen das verfassungsrechtlich verbriefte Recht auf körperliche Unversehrtheit. Menschenschutz betreffe ebenso das Lebensumfeld der Menschen. Die jetzigen Planungen zerstörten jedoch die Städte und Gemeinden. Man könnte fast meinen, die Mauer, die wir vor 20 Jahren in Berlin abgerissen haben, soll hier wieder aufgebaut werden , sagte Scherer. Bei der Prüfung der Lärmbelastungen dürften nicht die Mittelwerte als Grundlage genommen werden, sondern die tatsächliche Belastung der Menschen. Deshalb müssten die Spitzenwerte der Maßstab sein. Zugleich sei nicht nur das Thema Lärm zu beachten. Bei der Autobahnparallele müsse man auch den Flächenverbrauch und den Naturschutz im Auge haben. Andere Großprojekte hätten aber bewiesen, dass Optimierungen und kreative Lösungen möglich sind. Beim Regierungspräsidium Freiburg sei das Projekt deshalb in guten Händen. Er habe volles Verständnis für die Sorgen der Anwohner in der Nähe der Autobahn, sagte Scherer. Deshalb halte ich die Autobahnparallele auch nur dann für die eindeutig bessere Lösung, wenn die gegenwärtigen Lärmbelastungen an der bestehenden und an der autobahnparallelen Bahntrasse - einschließlich des Autobahnlärms - durch zusätzlichen Lärmschutz reduziert werden. Diese Verbesserung gegenüber dem Status Quo ist zwar nicht rechtlich nötig, aber technisch möglich, und dass muss der Maßstab sein! , betonte Scherer. Es gehe also letztlich um die Abwägung zwischen den Menschen und ihrem Lebensumfeld einerseits und dem Geld andererseits. Gerade bei dem Jahrhundertprojekt Rheintalbahn könnten die Mehrkosten von unter einer Milliarde nicht den Ausschlag geben. Was ist der Euro in 100 Jahren wert? Und wie wollen wir unseren Enkeln erklären , so Scherer ,dass wir Milliarden in die von überbezahlten Managern ruinierten Banken gesteckt haben, aber zum Schutz von hunderttausenden Südbadenern nicht mal eine Milliarde übrig war? .