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Offenburg, 18. Dezember 2009. Zur Vorsicht beim Umgang mit Wildtieren rät das Veterinäramt im Landratsamt Ortenaukreis. Spaziergänger, die kranke oder tote Wildtiere auffinden, sollten sie keinesfalls anfassen. Vielmehr bittet das Veterinäramt darum, den Jagdrevierleiter über die örtliche Polizeibehörde zu informieren. Hundhalter sollten ihre Tiere daran hindern, Kontakt mit den Wildtieren zu bekommen. Der Grund für diese Verhaltenshinweise besteht darin, dass das Erkrankte oder tote Tiere könnten mit Tularämie (Hasenpest) infiziert sein , begründet Veterinäramtsleiter Dr. Jan Loewer die Vorsichtsmaßnahme. Bei einem im südlichen Ortenaukreis tot aufgefundenen Feldhasen konnte kürzlich eine entsprechende Infektion nachgewiesen werden. Tularämie ist eine sporadisch auftretende bakterielle Erkrankung vorrangig der Nagetiere, die sich auch auf andere Wildtiere und auf Hunde übertragen kann. Auch auf Menschen kann die Krankheit bei direktem Kontakt zu infizierten Tieren übertragen werden. Mögliche Symptome sind Fieber und Muskelschmerzen, auch Lymphknotenschwellungen, Lungenentzündung und bei Befall des Magen-Darm-Trakt Bauchschmerzen und Durchfall. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, lässt sie sich gut behandeln. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Insbesondere sind Jäger gefährdet, wenn sie die Tiere ohne Schutzhandschuhe anfassen oder beim Zerlegen erregerhaltige Schwebstoffe einatmen. Die Jägerschaft hat das Veterinäramt in einem gesonderten Schreiben an die Kreisjägermeister auf die typischen Erkennungszeichen der Tularämie, die Gefahren und Schutzmaßnahmen hingewiesen. Dass Tularämie bei Tieren vorkommt, ist nichts Ungewöhnliches , informiert Dr. Loewer. Die Krankheit breitet sich auch nicht flächenmäßig aus, wie man es von Seuchen her kennt , gibt der Veterinäramtsleiter Entwarnung. Tularämie sei in Deutschland und Europa weit verbreitet. So sei der Erreger 2009 bei mehreren Feldhasen im Bodenseekreis und 2008 bei Feldhasen im Landkreis Böblingen gefunden worden; 2007 hätten sich drei Menschen in Biberach infiziert, als sie erkrankten Feldhasen das Fell abgezogen und sie zerlegt hätten.