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Offenburg, 25. Januar 2010 - Time is Brain oder frei ins Deutsche übersetzt Zeitverzug kostet Gehirn : Diese recht plakativ formulierte wichtige medizinische Erkenntnis stellte Dr. Werner Wenning, Chefarzt der Neurologischen Klinik des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach, in den Mittelpunkt seines Vortrages Schlaganfall Risiko verringern, Folgen vermindern , den das Ortenau Klinikum in Kooperation mit der örtlichen VHS angeboten hatte. Je schneller ein Patient zur Diagnose und Therapie ins Krankenhaus kommt, desto höher sind seine Chancen, die Folgen des durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns oder Einblutungen im Gehirn verursachten Schlaganfalls zu minimieren , so der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Schlafmedizin vor den gut 70 Zuhörerrinnen und Zuhörern im vollbesetzten Vortragssaal des Café Bistro Rondo am Ortenau Klinikum in Gengenbach.. Schon etwa viereinhalb Stunden nach dem Ereignis besteht kaum noch eine Chance, das Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Deshalb sollte niemand zögern, den Notarzt zu rufen, wenn krankheitstypische Anzeichen wie Drehschwindel, Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühl in einer Körperhälfte, kurzes Erblinden, Doppelsehen oder sehr starke Kopfschmerzen auftreten. Weitere Symptome sind auch Störungen des Sprachzentrums, also der Sprachverlust oder Verständnisschwierigkeiten. Viele Menschen nehmen diese unterschiedlich lang andauernden massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen entweder nicht Ernst oder sitzen sie im wahrsten Sinne des Wortes einfach aus und verschenken so wertvolle Zeit. Zudem sind die im Sprachgebrauch verniedlichend Schlägle genannten Ereignisse nicht selten Vorboten eines schweren Schlaganfalls und sollten als jedem als Warnung dienen. Zu den größten Risikofaktoren, einen Schlaganfall zu erleiden, zählen neben Rauchen, starkem Alkoholkonsum, Übergewicht, mangelnder Bewegung sowie kurzen Atemstillständen im Schlaf (Schlafapnoe) insbesondere Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Zucker , also der Diabetes mellitus. Daher wäre es fahrlässig, so Wenning, einen hohen Blutdruck oder Diabetes nicht behandeln zu lassen. Als weitere vorbeugende Maßnahmen nennt der Neurologe regelmäßige (sportliche) Bewegung, eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie den Verzicht auf das Rauchen. In Deutschland erleiden jährlich rund 150.000 Menschen einen Schlaganfall, bei zirka 60.0000 von ihnen endet er tödlich. Der Schlaganfall ist damit die dritthäufigste Todesursache und gleichzeitig die häufigste krankheitsbedingte Ursache für bleibende Behinderungen. Am Ortenau Klinikum gibt es am Standort Offenburg unter Leitung von Dr. Werner Wenning eine lokale Schlaganfalleinheit und am Standort Lahr den regionalen Schlaganfallschwerpunkt unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Schuchardt. Durch die Bildung beider Einrichtungen, die rund um die Uhr eine schnelle und umfassende interdisziplinäre Behandlung von Schlaganfall-Patienten garantieren, können die Folgeschäden statistisch nachweisbar erheblich vermindert werden.