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Offenburg, 19. Februar 2010 - Um verstärkt über das Thema Häusliche Gewalt und Stalking zu informieren und die bestehenden Beratungs- und Hilfsangebote im Ortenaukreis auszubauen, startet der Ortenaukreis in Zusammenarbeit mit dem Verein Frauen helfen Frauen Ortenau e.V. das Projekt Häusliche Gewalt/ Platzverweis und Stalking . Das Projekt beinhaltet die Einrichtung eines Informationstelefons, die pro-aktive Beratung im Falle eines Platzverweises sowie langfristig die Einrichtung eines Beratungs- und Informationszentrums. Wir wollen die Angebote für alle bekannt und vor allem erreichbar machen , beschreibt Monika Strauß, Leiterin des Amtes Soziale und Psychologische Dienste im Landratsamt Ortenaukreis, die Zielsetzung des Projekts. Der Beratungs- und Informationsbedarf gegenüber Betroffenen sei sehr hoch und könne von der Polizei oder den Ordnungsämtern aus Zeitgründen nicht abgedeckt werden. Auch die Fachleute in den bereits bestehenden Beratungseinrichtungen (Frauennotrufzentralen Lahr, Kehl, Wolfach, Frauenhaus, Psychologische Beratungsstellen) wiesen darauf hin, dass längst nicht überall im Kreis die Informationen zu Hilfe und konkreten Angeboten bekannt seien. Vor allem im ländlichen Raum seien die Angebote noch kaum bekannt oder würden aus verschiedenen Gründen nicht genutzt, betont Monika Strauß. Die Polizeidirektion Offenburg hat im vergangenen Jahr 162 Fälle Häuslicher Gewalt im Kreis registriert. Dabei wurden 81 Platzverweise ausgesprochen. In 156 Fällen waren die Täter Männer, in sechs Fällen Frauen. Diese Zahl ist sehr wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisberges, da von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist , so Strauß. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau im Alter von 16-85 Jahren während ihres Lebens mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Übergriffe durch einen Ehemann/Partner erlebt. Wir wollen, dass alle Betroffenen im Ortenaukreis, egal wo sie wohnen, Beratung und Hilfe in Anspruch nehmen können , sagt Projektleiterin Evelyn Krümmel vom Verein Frauen helfen Frauen e.V.. Das Projekt solle dazu beitragen, das Thema zu diskutieren, zu enttabuisieren und Betroffene zu ermutigen, Information, Beratung, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Erster Baustein des Projekts ist eine Infoline. Anrufer erhalten ab sofort unter der Nummer 0781 91 95 222 anonym Informationen zu den Themen Häusliche Gewalt / Platzverweis und Stalking. Die Infoline ist Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und Freitag von 19 bis 22 Uhr mit eigens dafür geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besetzt. Darüber hinaus können Informationen über die E-Mail Adresse info-line@frauenhaus-ortenau.de abgefragt werden. Ein zweiter Schwerpunkt des Projekts ist die pro-aktive Beratung bei einem Platzverweis. Die Projektmitarbeiter nehmen telefonischen Kontakt zu den Betroffenen auf, vermitteln den Kontakt zu Fachstellen und bieten Begleitangebote für Behördengänge an. Im weiteren Projektverlauf ist darüber hinaus der Aufbau einer Fachstelle Ortenau als Beratungs- und Informationszentrum geplant. Sie soll langfristig die Organisation und Koordination der Info-line und Pro-aktiven Beratung übernehmen, die Qualifizierung und Supervision der Ehrenamtlichen leisten sowie themenbezogene Informationen für Behörden, Einrichtungen und Beratungsstellen bereitstellen. Das Projekt befindet sich derzeit der Pilotphase. Ende des Jahres 2010 werden die Projektverantwortlichen die Ergebnisse, vor allem die Inanspruchnahme der Info-line; analysieren und bewerten. Die Ergebnisse werden Grundlage für den weiteren Auf- und Ausbau der Angebote sein. Zur Mitarbeit im Projekt werden noch dringend ehrenamtliche Mitarbeiterinnen gesucht. Interessierte Frauen können sich an das Frauenhaus, Telefon: 0781 34311 wenden. Spenden für das Projekt nimmt das Frauenhaus gerne unter folgender Kontonummer entgegen: Volksbank Offenburg, BLZ: 664 900 00, Konto: 66 493 00, Stichwort: Häusliche Gewalt.