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Offenburg, 16. März 2010 Um die Sicherheit vor Amokläufen an den kreiseigenen Schulen zu erhöhen, hat der Kultur- und Bildungsausschuss des Ortenaukreises heute verschiedene Maßnahmen beschlossen. Der Ortenaukreis wird in die Verschlusssysteme für die Türen der Schulgebäude, die Alarmierungssysteme sowie die Kommunikationssysteme mit Polizei und Rettungsdiensten investieren. Das Maßnahmenpaket soll in erster Linie sicherstellen, dass sich gefährdete Schüler und Lehrkräfte im Falle eines Amoklaufs verbarrikadieren können. Der Kreis wird deshalb in seinen Berufs- und Sonderschulen - sofern nicht bereits vorhanden - abschließbare Türschlösser einbauen, vorhandene Sprech- oder Gonganlagen nachrüsten und alle Schulleitungen mit einem sogenannten Pager ausstatten. Dieses System erlaubt die direkte Kommunikation mit Polizei- und Rettungsdiensten. Die Sicherheit der Kreisschulen hat für uns eine hohe Priorität. Mit den genannten Maßnahmen setzen wir die Empfehlungen der Landesregierung um und rüsten uns für den Krisenfall, ohne unsere Einrichtungen zu Festungen auszubauen. Es gibt keine absolute Sicherheit vor einem Amokfall, aber wir alle, Schulen, Schulträger, Land, Lehrer, Eltern und Mitschüler, können präventiv handeln , betonte Bernhard Kohler, Leiter des Amts für Schule und Kultur im Landratsamt Ortenaukreis. Grundlage der vorgeschlagenen Maßnahmen sind die Empfehlungen des von der Landesregierung eingesetzten Expertenkreises Amok vom Oktober 2009. Diese Empfehlungen haben Vertreter der Kreisverwaltung, der Schulleitungen und der Präventionskoordinator der Polizeidirektion Offenburg auf die Schulen im Ortenaukreis übertragen. Von innen nur per Knopfdruck abschließbare Türknaufe wird es allerdings an den kreiseigenen Schulen nicht geben. Die Schulleitungen der Kreisschulen haben sich dagegen ausgesprochen, da sie die Missbrauchsgefahr durch Schüler im Schulalltag als sehr groß einschätzten. Die beschlossene Alternative der abschließbaren Türschlösser ist kostengünstiger umzusetzen und stellt - in Abstimmung mit der Polizei - ebenfalls sicher, dass sich Schüler und Lehrer verbarrikadieren können. Die erforderlichen baulichen Veränderungen kosten den Ortenaukreis einmalig rund 51.000 Euro. Für die Anschaffung und laufende Unterhaltung der speziellen Kommunikationssysteme für die Schulleitungen kommen jährliche Kosten von etwa 4.600 Euro hinzu. Nicht nur eine verbesserte technische Ausrüstung soll dazu beitragen, das Amokrisiko gering zu halten, auch alle Lehrerkollegien werden in Themen wie Früherkennung, Verhaltensregeln im Krisenfall bis hin zum Umgang mit Medien geschult. Individuelle Krisenpläne samt Gebäudeplänen für die einzelnen Kreisschulen liegen der Polizei bereits vor. Sie werden von den Schulen laufend aktualisiert. Außerdem erstellen die Kreisschulen in Rücksprache mit der örtlichen Polizei, den Rettungsdiensten und der Feuerwehr Rettungspläne für die Schulgebäude. Beim Regierungspräsidium Freiburg ist darüber hinaus ein Kriseninterventionsteam eingerichtet, das die Schulen jederzeit über eine Hotline erreichen können.