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Offenburg, 30. März 2010 - Um den ländlich geprägten Standort Ortenau zu stärken und nachhaltig zu entwickeln, hat sich der Ortenaukreis ein umfangreiches und ambitioniertes Arbeitsprogramm gegeben. Der Kreistag des Ortenaukreises hat dazu am Dienstag die von Landrat Frank Scherer initiierte und dem Unterausschuss Gesamtstrategie Ländlicher Raum in den vergangenen Monaten erarbeitete Gesamtstrategie Ländlicher Raum beschlossen. Erstmals verfügt der Ortenaukreis damit über ein von Mitgliedern des Kreistags und externen Experten insbesondere aus der Land- und Forstwirtschaft, den Kammern, sowie den Bereichen Tourismus, Gesundheit, Familie, Senioren und Jugend erstelltes und an strategischen Zielen ausgerichtetes Konzept zur Standortentwicklung. Die strukturelle Weiterentwicklung des ländlichen Raums ist die Schlüsselfrage für unseren Standort Ortenau , betont Landrat Frank Scherer. Mit der Gesamtstrategie Ländlicher Raum rücken wir nun konkrete, unterstützende und fördernde Maßnahmen zur Verbesserung der Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen im Ortenaukreis in den Vordergrund und geben dadurch gerade auch für unternehmerische Investitionen einen positiven Impuls zugunsten des heimischen Wirtschaftsstandorts. Unsere Gesamtstrategie zeigt, dass der Ortenaukreis trotz Wirtschafts- und Finanzkrise und der daraus erwachsenden schwierigen Finanzsituation des Kreises handlungsfähig bleibt. Bereits zu Anfang seiner Amtszeit hatte Scherer angekündigt, ein Konzept für den ländlichen Raum erstellen zu wollen. Nachdem die Verwaltung erste Vorarbeiten geleistet hatte, hat der Kreistag am 28. Juli 2009 beschlossen, einen Unterausschuss "Gesamtstrategie Ländlicher Raum" einzurichten. Dieser kam erstmals im September 2009 zusammen und hat in vier Sitzungen die Gesamtstrategie erarbeitet. Die Gesamtstrategie, die das gesamte Kreisgebiet als Ländlichen Raum erfaßt, stützt sich auf zwei Säulen. Die erste Säule besteht aus einem umfassenden Maßnahmenpaket mit 367 konkreten Projekten, die sich auf die sechs Handlungsfelder: Infrastruktur, Grundversorgung , Bildung, Kultur, Tourismus , Soziales Miteinander , Natur, Umwelt , Gesundheit sowie Arbeit, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung erstrecken. Die zweite Säule beinhaltet administrative Leitlinien, die Landrat Frank Scherer in der Kreisverwaltung etabliert hat. Sie sehen vor, dass die Landkreisverwaltung mit ihrem großen Aufgabenspektrum noch stärker dezernatsübergreifend handelt und Synergien nutzt (Bündelungsbehörde), Beurteilungs- und Ermessensspielräume im Interesse des Standortes Ortenau konsequent ausschöpft (Standortklausel) und Verfahrensabläufe ständig überprüft und zum Nutzen der Bürger und Unternehmen im Ortenaukreis weiter optimiert (Bürokratieabbau). Mit der Umsetzung einzelner Projekte soll es schon bald losgehen. Aus der Gesamtprojektliste hat der Unterausschuss 29 Erste Projekte ausgewählt, die zeitnah und mit geringem Aufwand realisiert werden können. So ist zum Beispiel im Handlungsfeld Gesundheit eine Adressbörse für Landarztpraxen vorgesehen. Auf einer zentralen Internetseite sollen sich junge Ärzte, die eine Praxis übernehmen möchten, frühzeitig über freiwerdende Arztpraxen im Ortenaukreis informieren können. Damit soll dem zunehmenden Ärztemangel vor allem im Ländlichen Raum entgegengewirkt werden. An dem Projekt werden sich die Gemeinden, die Gesundheitsregion Ortenau und das Ortenau Klinikum beteiligen. Ein weiteres Beispiel im Bereich des Tourismus ist das Projekt Förderung des Radtourismus . Der Landkreis und die Kommunen werden das gesamte Radwegenetz im Ortenaukreis erfassen und sinnvolle Ergänzungen ermitteln. Die Erhebung soll aufzeigen, welche Verknüpfungen mit anderen Landkreisen möglich und wie neue Radrouten, etwa ein Naturpark-Radweg, geschaffen werden können. Bald starten soll beispielsweise auch die Schaffung der Marke Ortenauer Steillagenwein und Ortenauer Bergkäse . Das Projekt soll regionale Produkte wie die Kombination Wein und Käse stärker verknüpfen und ein attraktives Angebot für Verbraucher und Gastronomie bieten. Ziel ist der Erhalt der typischen Reb- und Weidelandschaft der Ortenau. Alle diese Projekte ziehen wenig Kosten nach sich, sind leicht umzusetzen und können kurz- bis mittelfristig konkrete Ergebnisse hervorbringen. Ist ein Großteil der Ersten Projekte umgesetzt, sollen weitere aus der Gesamtliste in Angriff genommen werden. Auch neue Projekte können hinzukommen. Der Kreistag sieht die Arbeit an der Gesamtstrategie Ländlicher Raum auf Vorschlag von Landrat Frank Scherer als eine Daueraufgabe an. Deshalb wird der Unterausschuss, bestehend aus 18 Kreistagsmitgliedern und 17 externen Experten aus allen Bereichen des ländlichen Raums, seine Arbeit fortsetzen. Er hat den Auftrag, den Kreistag im Hinblick auf die notwendigen Entscheidungen zu Umsetzung der Gesamtstrategie zu unterstützen und wird ihn zu Grundsatzfragen des Ländlichen Raumes beraten.