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Offenburg, 28. April 2010 - Kinder müssen zweimal gegen Masern und Röteln geimpft werden, um eine ausreichenden Impfschutz zu haben. Hierzu rät das Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis, um Ausbrüchen der Erkrankungen vorzubeugen. Nur dort, wo mehr als 95 Prozent der Kinder zwei Masernimpfungen erhalten haben, sind Masernausbrüche nicht mehr möglich. Im Ortenaukreis haben 76,6 Prozent der einzuschulenden Kinder eine Immunisierung mit zwei Impfungen. Auch wenn wir im Ortenaukreis ohne jeden Zweifel bei der Verbesserung des Impfschutzes unserer Kinder große Erfolge vorweisen können, gilt es diese Zahl zu steigern. Eltern sollten deshalb ihre Kinder zweimal gegen Masern und Röteln impfen lassen , empfiehlt Dr. Andrea Bengel-Flach, Medizinische Leiterin des Gesundheitsamtes. Im Ortenaukreis waren 2009 im Durchschnitt 91,1 Prozent aller Kinder wenigstens einmal gegen Masern geimpft. Das sind leider weniger geimpfte Kinder als im Landesdurchschnitt. Unser erstes Ziel, dass nämlich über 95 Prozent der Kinder im Kindergartenalter wenigstens eine Impfung gegen Masern und Röteln erhalten haben, ist damit noch nicht erreicht , so Dr. Bengel-Flach weiter. Da manche Eltern die Masern-Mumps-Röteln-Impfung über das empfohlene Alter hinausschieben oder sie ablehnen, werden Masernausbrüche besonders in Kindertageseinrichtungen oder Schulen begünstigt. Ungeimpfte, die im Kindesalter nicht an Masern erkrankt waren, nehmen ihr Masernrisiko mit ins Erwachsenenalter. So betrafen mehr als die Hälfte der seit Jahresbeginn in Baden-Württemberg gemeldeten Masernerkrankungen Erwachsene über 20 Jahre. Unterlassene Impfungen sind oft auf ungenügende oder unrichtige Informationen über die Krankheit und den Impfstoff zurückzuführen. Gerade bei Säuglingen und bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verlaufen Masern häufig schwerer , berichtet die Amtsärztin weiter und verweist speziell Jugendliche auf die Möglichkeit, sich im Internet unter www.mach-den-impfcheck.de http://www.mach-den-impfcheck.de zu informieren. Die Empfehlung der ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut lautet, die erste Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite Impfung mit 15 bis 23 Monaten von einem Arzt durchführen zu lassen . Die Kosten für die Impfungen übernehmen die Krankenkassen. In Baden-Württemberg ist die Zahl der gemeldeten Masernfälle von 700 im Jahr 2001 auf 68 im Jahr 2009 drastisch zurückgegangen. Dennoch waren in den letzten Jahren immer wieder Rückschläge zu verzeichnen. So kam es im Jahr 2008 zu Masernausbrüchen mit 385 Erkrankungen. Nur ein Prozent der dabei Erkrankten war zweimal, also empfehlungsgerecht, geimpft. Im Jahr 2009 lagen die Impfraten in Baden-Württemberg landesweit noch unter der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Schwelle von 95 Prozent. Konkret hatten 5,5 Prozent aller Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen noch keine einzige Masernimpfung erhalten (Bundesrepublik Deutschland 2008: 4,4 Prozent), und nur 87,5 Prozent der Kinder hatten die empfohlenen zwei Impfungen gegen Masern erhalten (Bundesrepublik Deutschland 2008: 89 Prozent). In einigen Kreisen, wo es in den vergangenen Jahren immer wieder zu örtlichen Masernausbrüchen kam, sind die Impfraten besonders niedrig. Europäische Impfwoche 2010 Der Aufruf des Gesundheitsamts findet im Rahmen der fünften Europäischen Impfwoche (EIW) der WHO vom 24. April bis zum 1. Mai 2010 statt. In der Europäischen Region beteiligen sich 46 Länder. Die vom WHO-Regionalbüro für Europa im Jahr 2005 eingeführte Europäische Impfwoche ist eine jährliche Kampagne mit nationalen Initiativen zur Sensibilisierung in Bezug auf Impfstoffe und zur Erhöhung der Durchimpfung. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Kampagne auf der Eliminierung von Masern und Röteln. Eliminierung der Masern in der Europäischen Region 1998 setzten sich die Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO das Ziel, bis 2010 Masern und Röteln zu eliminieren. Seit der Vereinbarung dieses Ziels ist die jährliche Zahl der Masernerkrankungen in der Region von 110 Fällen pro Million Einwohner auf einen historischen Tiefststand von weniger als 10 Fällen pro Million Einwohner im Zeitraum 2007-2008 gesunken. In diesem Jahr sei trotz aller Fortschritte noch nicht mit der Eliminierung zu rechnen. Deshalb seien weitere Anstrengungen zur Verwirklichung dieses wichtigen - und erreichbaren - Ziels erforderlich, berichtet die Amtsärztin.