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21.07.2020

Vorschlag für umfassende Tarifreform ab August 2021 im Ortenaukreis

Preiserhöhung von August 2020 auf August 2021 verschoben

Landrat Frank Scherer und die Oberbürgermeister der Großen Kreisstädte Offenburg, Lahr und Kehl im Ortenaukreis haben sich gemeinsam mit der TGO-Tarifverbund Ortenau GmbH das Ziel gesetzt, den Individualverkehr deutlich zu verringern und öffentliche Verkehrsmittel zu stärken. Im Rahmen eines Pressegesprächs stellten Landrat Frank Scherer im Beisein von TGO-Geschäftsführer Sven Malz und die Oberbürgermeister Markus Ibert, Marco Steffens und Toni Vetrano ihren Vorschlag für eine umfassende Tarifreform im Ortenaukreis vor. Sie betonten, dass ihr umweltpolitisches Ziel über weitere Angebotsverbesserungen erreicht werden soll.

Der Reformvorschlag soll nach umfangreichen Vorbereitungen und entsprechenden Gemeinderatsbeschlüssen zum August 2021 umgesetzt werden. Bereits in diesem Jahr wird aufgrund der Corona-Krise eine Entlastung erfolgen. „Viele Familien und Haushalte im Ortenaukreis mussten in den letzten Monaten große finanzielle Einbußen aufgrund der Corona-Pandemie verkraften. Deshalb hat sich die Kreispolitik im TGO-Beirat dafür ausgesprochen, die wegen steigender Kosten eigentlich erforderliche Preiserhöhung von August 2020 auf August 2021 zu verschieben. Das bedeutet eine Entlastung für alle ÖPNV-Nutzer im TGO-Gebiet“, erklärt Landrat Scherer.

„Wir wollen den ÖPNV in großen Schritten voranbringen, dafür bedarf es einer Kombination von Maßnahmen, um Autofahrer zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen“, so Scherer. „Mein Vorschlag ist, flankierend zu den laufenden Maßnahmen der Verbesserung des Angebots, durch eine noch attraktivere Tarifgestaltung den Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV zu erhöhen.“ Der TGO-Beirat und die Nahverkehrskommission des Kreises haben sich bereits zum erarbeiteten Konzept grundsätzlich positiv geäußert, so dass nun die weiteren Beratungen in den politischen Gremien erfolgen können.

Herzstück der geplanten Reform sei die Einführung eines Schülermonatstickets im Abonnement für 30 Euro, das Gültigkeit für das gesamte Netz der TGO haben soll. „Schüler fahren damit für nur einen Euro pro Tag im gesamten TGO-Gebiet, das ist ein Meilenstein“, freut sich Landrat Scherer. Gleichzeitig könne auch der Verwaltungsaufwand für Kommunen, Schulsekretariate und Verkehrsunternehmen entfallen, da die bisherige Abrechnungssystematik nicht mehr erforderlich sei.

Die bisherige Tarifsystematik solle von 50 auf nur noch sechs Tarifzonen reduziert werden, die nach räumlichem Bezug – Lahr, Kinzigtal, Offenburg, Renchtal, Achern, Kehl – gegliedert seien. Bereits 2017 war auf Initiative von Scherer eine Reduzierung auf drei Preisstufen erfolgt. Für Pendler innerhalb der Tarifzonen könnten die Preise somit fallen, da hier überwiegend nur noch Preisstufe 1 zum Tragen kommen werde. Nutzer von Job-Tickets würden damit günstig zum Arbeitsplatz pendeln; wenn beispielsweise der Arbeitgeber das Ticket mit 25 Euro bezuschusse, verblieben für die Arbeitnehmer nur noch 15 Euro monatlich, hinzu komme noch der Freizeitnutzen am Wochenende. Für Einzelfahrscheine soll die Gültigkeit für den gleichen Preis auf Preisstufe 2 erweitert werden, damit könnten Härten bei geringfügiger Überschreitung von Zonengrenzen vermieden werden. Auch die Preise für die Zeitkarten sollen gesenkt werden.

Das Konzept, das einen jährlichen Tarifzuschuss an die TGO-Tarifverbund Ortenau GmbH in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro erforderlich machen würde, soll durch Förderprogramme des Landes, Mehreinnahmen durch Fahrgastzuwächse und einen Zuschuss des Landkreises finanziert werden.

Die Tarifreform des Kreises soll eng mit der Einführung von „Einer-Tickets“ in den Großen Kreisstädten verzahnt werden „Fahrten innerhalb des Stadtbus-Netzes Offenburg sollen zukünftig deutlich günstiger sein als bisher, zugleich muss es in das Tarifsystem der TGO passen, insbesondere hinsichtlich der Monatstickets. Ich bin froh, dass auch hier die TGO, beziehungsweise der Landkreis handeln möchten“, so Marco Steffens, Oberbürgermeister der Stadt Offenburg. Auch Markus Ibert, Oberbürgermeister der Stadt Lahr, kann sich ein derartiges Ticket für die Stadt Lahr vorstellen. „Die Einführung eines solchen Angebots in Lahr ist abhängig von den Kosten, die hierfür entstehen werden. Da diese im direkten Zusammenhang mit der politischen Entscheidung über die Tarifreform stehen, werde ich das Ergebnis abwarten und dem Gemeinderat in Lahr im Anschluss die Idee vorstellen und mich für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel einsetzen“, so Ibert. Der Lahrer OB betont in diesem Zusammenhang, dass die Tarifstruktur ein Bestandteil aber nicht das alleinige Merkmal ist, was ein attraktives ÖPNV-Angebot ausmacht.

Nachdem die Stadt Kehl durch das Stadtbussystem den öffentlichen Nahverkehr attraktiv gemacht hat, sieht Oberbürgermeister Toni Vetrano im Einer-Ticket eine weitere Möglichkeit, um neue Fahrgäste zu gewinnen.

Landrat Scherer begrüßt die Initiative der Oberbürgermeister der Großen Kreisstädte Offenburg, Lahr und Kehl, vorbehaltlich von Gemeinderatsentscheidungen subventionierte Tickets für innerörtliche Kurzstrecken einzuführen. So könne ein weiterer Anreiz zur ÖPNV-Nutzung auf innerstädtischen Kurzstrecken geschaffen werden und eine umfassende, ineinandergreifende Tarifreform in den Städten und im ländlichen Raum des Ortenaukreises umgesetzt werden.

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