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Migrationsamt bietet auch in der Krise seine Dienstleistungen an
Auf die Mitarbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung muss noch weitgehend verzichtet werden.

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit des Migrationsamts im Landratsamt Ortenaukreis verändert. Dabei hat das Amt alle Service- und Beratungsleistungen weiterhin angeboten - unter angepassten Bedingungen und entsprechend der Abstands- und Hygieneregeln. „Die wichtigste Neuerung jedoch war“, erklärt Amtsleiterin Alexandra Roth, „dass für persönliche Besuche im Amt nun stets vorher ein Termin vereinbart werden muss. Dadurch können wir die Besucherströme steuern und so gewährleisten, dass im Wartebereich die Mindestabstände eingehalten werden können. Für die Kunden gibt es nur noch geringe bis gar keine Wartezeiten und die Sachbearbeiter können sich gezielt auf den Kunden vorbereiten. So können wir den Kunden schneller helfen und den Arbeitsalltag für die Kollegen planbarer machen. Es hat sich gezeigt, dass viele Besuche auch ganz verzichtbar sind, da viele Anliegen unserer Kunden auch telefonisch, per E-Mail oder Post an uns herangetragen werden können. Die Kunden sparen so auch Wegekosten und Zeit.“

Die digitale Unterstützung durch das Online-Terminbuchungssystem, die IntegreatApp oder Onlineformulare seien laut Roth in diesen Zeiten hilfreich. So habe die Ausländerbehörde mit Hilfe digitaler Kommunikation zu Beginn des Lockdowns etwa schnelle und unbürokratische Hilfe für „gestrandete“ Ausländer im In- und Ausland leisten können. „Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an weiteren digitalen Möglichkeiten wie etwa der elektronischen Abgabe von Anträgen“, so die Amtsleiterin. Überhaupt habe die Krise auch im Migrationsamt einen gewaltigen Schub Richtung Digitalisierung gegeben. Zahlreiche Kollegen arbeiteten von zu Hause aus, um die Kontakte zu reduzieren. In zwei Sachgebieten würde aktuell die elektronische Akte eingeführt, so dass Arbeiten im Homeoffice noch besser möglich werde. Für Besprechungen seien seit der Krise Telefon- oder Videokonferenzen das Mittel der Wahl.

„Die Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende wie auch in der Anschlussunterbringung konnten wir während der Kontaktbeschränkungen mit unserem Sozialdienst weiter angemessen betreuen“, erklärt Roth. „Für viele von ihnen war der Sozialdienst in dieser Zeit der einzige verlässliche Ansprechpartner, da etliche Einrichtungen und Institutionen geschlossen hatten. Hier bieten wir weiter auch Sprechstunden an, um für die Menschen erreichbar zu sein, die keine anderen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme haben, etwa weil sie nicht gut deutsch sprechen.“ Asylbewerber könnten jedoch auch elektronisch über die SignalApp Anliegen vorbringen oder Unterlagen einreichen, so die Amtsleiterin. Die Integrationsmanager verteilten regelmäßig die Informationen rund um Corona in verschiedenen Sprachen, in größeren Unterkünften per Aushang, ansonsten per Mail, Post oder über die SignalApp.

„In den Gemeinschaftsunterkünften bemühen sich die Bewohner, das Abstandsgebot einzuhalten. Die Sprechstunden in den Gemeinschaftsunterkünften finden mit Mund-Nase-Schutz-Masken und Spuckschutz statt. Besucher dürfen die Unterkünfte nicht mehr betreten. Die Bewohner haben diese Regelungen problemlos angenommen und tragen etwa einen Mundschutz“, so die Amtsleiterin.

„Durch die Kontaktbeschränkungen musste jedoch die Arbeit der Ehrenamtlichen sehr zurückgefahren werden. Seit Wochen findet kein direkter Kontakt mehr statt, obwohl die Menschen diese Unterstützung im Moment mehr denn je bräuchten“, bedauert Roth. Gerade die Kinder seien dringend auf die ehrenamtliche Hilfe beim Lernen zu Hause angewiesen. Andere Projekte der Ehrenamtlichen wie etwa Sprachförderung und Bewerbungstraining könnten derzeit auch nicht stattfinden. Roth: „In diesen Zeiten sehen wir besonders deutlich, wie wichtig die ehrenamtlichen Angebote sind. Im Kontakt mit den Ehrenamtlichen lernen die Menschen, unsere Sprache anzuwenden und unsere Kultur zu verstehen. Ich bin sehr froh, dass sich viele nicht entmutigen lassen und jede legale und sichere Kontaktmöglichkeit nutzen, um weiter die Integration der geflüchteten Menschen voranzubringen.“

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