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13.03.2020

»Drive-In«-Station für Coronavirus-Tests im Ortenaukreis testet rund 60 Personen pro Tag

Hausärzte und das Gesundheitsamt entscheiden über Notwendigkeit des Abstrichs

Seit rund zwei Wochen gibt es im Ortenaukreis eine „Drive-In“-Station für Coronavirus-Tests. Personen, die sich möglicherweise mit dem Coronavirus angesteckt haben, können sich aus dem Auto heraus sicher und schnell testen lassen. Der Ortenaukreis hat dieses zentrale Abstrichstelle über sein Gesundheitsamt und in Kooperation mit dem Ortenau Klinikum und der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg Anfang März in Betrieb genommen. „Es funktioniert quasi nach dem Prinzip von Drive-In-Restaurants“, sagt Gesundheitsamtsleiterin Evelyn Bressau. „Derjenige, der getestet werden muss, fährt mit dem Auto vor, kurbelt das Fenster runter, öffnet seinen Mund und ein Arzt in entsprechender Schutzkleidung nimmt den Rachenabstrich direkt am Wagen vor“, erläutert Doris Reinhardt von der Kassenärztliche Vereinigung. Dieses schnelle Verfahren biete zudem den Vorteil, dass im eigenen Auto niemand Angst haben müsse, andere anzustecken. Auch müsse der testende Arzt nicht nach jedem Abstrich größere Desinfektionsmaßnahmen vornehmen. „So eine zentrale Stelle nimmt Druck von den Kliniken und Praxen, für die die Tests enorm aufwändig sind“; weiß die Allgemeinmedizinerin Reinhardt. Auch deshalb habe man sich bereits Ende Februar für so eine Lösung entscheiden. „Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass auch bei einem negativen Testergebnis, nach Kontakt zu einer erkrankten Person oder einer Rückkehr aus einem Risikogebiet die Patienten 14 Tage zuhause bleiben müssen. Der Grund ist, dass es trotzdem noch innerhalb dieser 14 Tage zum Ausbruch der Krankheit kommen kann“, erklärt Reinhardt.

Die Termine für die „Drive-In-Tests“ vergibt das Gesundheitsamt. Ohne angemeldeten Termin einfach vorbeizufahren und sich auf Verdacht testen lassen, ist nicht möglich. „Ein Test auf Verdacht macht auch keinen Sinn“, stellt Bressau klar. „Eine Ansteckung kann erst mit Beginn der Symptome sicher festgestellt werden. Wenn keine Symptome vorhanden sind, wird der Test mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ ausfallen. Deshalb entscheiden auch nach wie vor die Hausärzte und das Gesundheitsamt, ob ein Test notwendig ist“, konkretisiert Reinhardt. Immer noch gelte: Wer glaubt, es sei erkrankt, ruft seine Hausarztpraxis oder am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 an. Dort werde anhand einer Checkliste die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion überprüft. Bressau widerspricht auch den wiederkehrenden Gerüchten aus den sozialen Medien, der Ortenaukreis würde überhaupt keine Tests mehr durchführen. „Das Gegenteil ist der Fall, wir haben unsere Testkapazitäten deutlich erhöht und können jetzt viel mehr als noch zu Beginn der Epidemie testen“. 60 Abstriche täglich seien inzwischen über die zentrale Abstrichstelle möglich. Das Gesundheitsamt bestellt die Testpersonen mittlerweile im Fünf-Minuten-Takt ein. Die genommenen Proben werden täglich per Express ins Labor geschickt, zwei Tage später ist das Ergebnis da. Bis dahin müssen die getesteten Personen in häuslicher Quarantäne bleiben.

Aktuelle Fälle

Das Landesgesundheitsamt bestätigte heute sieben neue Covid-19-Fälle im Ortenaukreis. Damit steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten im Kreis auf 24. Eine genaue Darstellung der Fallzahlen (Altersgruppe, Geschlecht und Wohnort) sowie weitreichende Informationen und Dateien gibt es auf der Corona-Sonderseite des Ortenaukreises im Internet unter www.ortenaukreis.de/corona

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