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23.10.2019

Absichtserklärung für grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg-Straßburg unterzeichnet

Gemeinsame Pressemitteilung des Regionalverbands Südlicher Oberrhein und des Ortenaukreises

Zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Straßburg soll es künftig ein grenzüberschreitender Radschnellweg ermöglichen, größere Entfernungen schnell, sicher, bequem und klimafreundlich mit dem Fahrrad zurücklegen zu können. Die berührten Städte und Gemeinden, der Regionalverband Südlicher Oberrhein, der Ortenaukreis, der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau sowie der Hafen Strasbourg haben am Dienstag im Landratsamt in Offenburg eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, die Realisierung des Radschnellwegs zeitnah voranzutreiben.

Welcher Mehrwert sich durch den Radschnellweg ergibt, erläuterte der für Infrastrukturen im Landratsamt Ortenaukreis zuständige Dezernent Michael Loritz: „Durch das Projekt werden Verkehrsverlagerungen zugunsten des Radverkehrs erreicht. Dies leistet wiederum beidseits des Rheins einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Entlastung anderer Verkehrsträger.“

Christian Dusch, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, stellte die wesentlichen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie heraus, die der Regionalverband erstellt und nach rund einjähriger Bearbeitungszeit im Juli dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. „Die rund 30 Kilometer lange Radschnellverbindung zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Straßburg besitzt ein hohes Potenzial mit streckenweise über 2.500 Nutzern am Tag. Der Nutzen übersteigt die Investitionen von insgesamt 16,5 Millionen Euro bei weitem. Es ergibt sich ein, auch im bundesdeutschen Vergleich, gutes Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,6 weshalb die Verbindung zur Umsetzung empfohlen wird“, so Dusch. Dusch und Loritz sind sich zudem einig, dass der Radschnellweg, über die hohe Verkehrsbedeutung hinaus, auch dem grenzüberschreitenden Zusammenwachsen diene und ihm damit auch eine völkerverbindende Bedeutung zukomme. Besonders erfreulich sei es, dass die Eurometropole Strasbourg den Bau des Radschnellwegs ebenfalls unterstützen und in ihre Radverkehrsplanung mit aufnehmen wolle.

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Unterzeichneten am Dienstag im Landratsamt eine gemeinsame Absichtserklärung für einen grenzüberschreitenden Radschnellweg Offenburg-Straßburg: (v.l.n.r.): Bürgermeister Manuel Tabor (Appenweier); Christian Dusch, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein; Infrastrukturen-Dezernent Michael Loritz sowie die Oberbürgermeister Marco Steffens (Offenburg) und Toni Vetrano (Kehl).

Vertreter aus Region sehen Finanzierung beim Land

Angesichts der positiven Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie hat sich der Regionalverband dafür eingesetzt, dass das Land die Baulast für den Radschnellweg übernimmt. Damit wären Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt grundsätzlich auch finanziell Sache des Landes. Lediglich innerhalb der Ortsdurchfahrten von Kehl und Offenburg müssten die Städte die Bau- und Unterhaltungslast selbst tragen, könnten beim Bau aber bis zu 87,5 Prozent bezuschusst werden. Vergleichbares konnte erst kürzlich für den Radschnellweg von Freiburg nach Emmendingen und Waldkirch erreicht werden.

Nach den bisherigen Ankündigungen des Landesverkehrsministeriums sowie einem gemeinsamen Gespräch zwischen dem Ministerium und dem Regionalverband ist die Radschnellverbindung zwischen Offenburg und Straßburg jedoch weiterhin nicht für die Baulastträgerschaft des Landes vorgesehen. Der grenzüberschreitende Aspekt wird zwar gesehen, ließe sich jedoch in der Systematik des Landes nicht abbilden, so die bisherige Haltung des Ministeriums.

„Die heutige Absichtserklärung ist ein weiterer wichtiger Schritt zur erfolgreichen Verwirklichung der Radschnellverbindung zwischen Offenburg, Appenweier/Willstätt, Kehl und Strasbourg, bei dem die Projektpartner zusichern, den weiteren Prozess positiv zu begleiten und zu unterstützen und zugleich das Land aufgrund des über die regionale Ebene hinaus bedeutsamen Charakters in die Pflicht nehmen“, so Loritz. Dusch ergänzt: „Das Land hat nun die einmalige Möglichkeit ein umsetzungsreifes und vom regionalen Konsens getragenes Projekt zu realisieren, welches zugleich der Mobilitätswende, dem Umwelt- und Klimaschutz sowie der grenzüberschreitende Zusammenarbeit dient.“

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