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24.05.2019

Landratsamt lud zu Netzwerktreffen Integration im Ortenaukreis ein

Austausch über Zuwanderungssituation, Sprachförderung und Wohnungsnot

Das Kommunale Netzwerk Integration Ortenaukreis kam im Mai zusammen, um sich über Aktuelles aus dem Migrationsamt des Landratsamts Ortenaukreis zu informieren und sich auszutauschen. Rund 70 Netzwerkmitglieder aus der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, aus den Verwaltungen der Städte und Gemeinden sowie von den freien Wohlfahrtsverbänden und Bildungsträgern im Landkreis waren der Einladung des Migrationsamts nach Biberach im Kinzigtal sowie nach Willstätt gefolgt.

Amtsleiterin Alexandra Roth, begleitet von der Leiterin des Sozialdiensts Natascha Kaiser, dem Leiter der Ausländerbehörde Ludwig Schuster und der Integrationsbeauftragten Ursula Moster, zeigte sich erfreut über das rege Interesse. Zunächst berichtete sie über die aktuelle Zuwanderungssituation im Ortenaukreis: Während die EU-Ausländer im Ortenaukreis stark zugenommen haben, ist die Zahl der Asylsuchenden seit 2016 stark zurückgegangen. So war Ende 2018 jeder zweite Ausländer ein EU-Bürger. Daher konnte das Landratsamt, das für die vorläufige Unterbringung von Geflüchteten verantwortlich zeichnet, einige in der Hochphase der Zuwanderungswelle aufgebaute Gemeinschaftsunterkünfte wieder schließen und wird auch im laufenden Jahr weitere abbauen.

Damit sich die Zugewanderten gut integrieren können, sei das Erlernen der deutschen Sprache eine wichtige Voraussetzung, so Integrationsbeauftragte Ursula Moster. Daher habe der Ortenaukreis beschlossen, sich an einem Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg zu beteiligen und das Sprachkursangebot für Zugewanderte weiter auszubauen. Neben Teilzeitkursen für Erwerbstätige sollen möglichst auch Kurse mit Kinderbetreuung für Frauen und Eltern geschaffen werden.

Darüber hinaus tauschten sich die Netzwerkpartner über Projekte wie den sogenannten Wohnungsführerschein für Geflüchtete, Fahrradkurse für Frauen und Nachhilfeangebote aus. Weitere Themen waren die teilweise langen Wartezeiten in der medizinischen und therapeutischen Versorgung und der Wohnungsmarkt. Als „leer gefegt oder nicht bezahlbar“ bezeichneten Netzwerkmitglieder die Lage. Dabei sei es ein wichtiger und notwendiger Schritt auf dem Weg zur Integration, in einer eigenen Wohnung leben zu können. Insbesondere die ehrenamtlichen Paten, die Zugewanderte bei der Wohnungssuche begleiten, beklagten den Wohnraummangel, der vor allem bedürftige Personen treffe. Dabei seien Menschen mit Migrationshintergrund noch mit weiteren Vorbehalten seitens der Vermieter konfrontiert.

„Integration ist ein langer und schwieriger Prozess, der sich immer wieder verändert und Haupt- und Ehrenamtliche vor neue Herausforderungen stellt“, fasste Amtsleiterin Roth zusammen und dankte den ehrenamtlich Engagierten für ihr Durchhalten. „Integration ist keine Einbahnstraße und gelingt nur, wenn unsere Gesellschaft den Integrationswilligen auch eine helfende Hand reicht“, ergänzte Bürgermeister Christian Huber, der die Netzwerkmitglieder in Willstätt willkommen hieß. Auch sein Dank galt besonders den ehrenamtlichen Helfern, die sich mit viel Zeit und Kraft für zugewanderte Menschen engagieren.

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Bürgermeister Christian Huber (stehend) begrüßte die Netzwerkmitglieder und Vertreter des Landratsamts in Willstätt: (v. l.) Sachgebietsleiterin Sozialdienst Natascha Kaiser, Migrationsamtsleiterin Alexandra Roth, Sachgebietsleiter Ausländerbehörde Ludwig Schuster, Integrationsbeauftragte Ursula Moster sowie Ingo Kempf von der Vernetzungsstelle Bürgerschaftliches Engagement. © Gemeinde Willstätt
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Die Mitglieder des Kommunalen Netzwerks Integration diskutieren (hier in Willstätt) über aktuelle Themen rund um Zuwanderung und Integration. © Gemeinde Willstätt

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