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22.05.2019

Ortenaukreis nimmt Raser ins Visier

Teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage wird angeschafft

Weil sich die Anforderungen an die Geschwindigkeitsüberwachung im Kreis verändert haben, wird der Ortenaukreis in eine so genannte teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage investieren. Das hat der Kreis-Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. „Die bisherige Konzeption des Ortenaukreises besteht aus einer flächendeckenden mobilen Geschwindigkeitsmessung mit zwei Messfahrzeugen, bei der die Verkehrsteilnehmer jederzeit und an jedem Ort mit einer Überwachung der Geschwindigkeit rechnen müssen“, informierte Michael Loritz, Dezernent für Infrastrukturen im Landratsamt Ortenaukreis. Die allgemeine Zunahme des Verkehrsaufkommens erfordere inzwischen aber eine intensivere Kontrolle der Geschwindigkeit an bestimmten Orten und über einen längeren Zeitraum hinweg. „Rund um die Uhr, auch nachts und und an Wochenenden“, so Loritz.

Weil sich Autofahrer häufig nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hielten und sich Bürger nicht nur um die Verkehrssicherheit sorgen, sondern auch vermehrt über Lärmbelästigungen klagen und stärkere Kontrollen fordern, seien die Rufe vieler Gemeinden im Kreis nach vollstationären Geschwindigkeitsmessanlagen laut geworden. „Tempolimits haben gute Gründe. Zu schnelles Fahren ist noch immer Ursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge. Darüber hinaus fühlen sich viele Menschen durch Lärm und Abgase in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, deswegen sind Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren Überwachung unerlässlich“, bekräftigte der Dezernent. Eine gute Alternative zu den als „Blitzersäulen“ bekannten vollstationären Messanlagen sei eine teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage. „Die über eine Tonne schwere Anlage ist einem Kfz-Anhänger integriert und wird mit Akkus betrieben. Auf- und Abbau übernimmt unser Messteam, ansonsten läuft die Anlage autonom, so können wir rund um die Uhr Messungen durchführen“, ergänzte Straßenverkehrsamtsleiter Klaus-Peter Busam. „Im Gegensatz zu den Blitzersäulen bleiben wir bei der Standortwahl flexibel. An allen technisch möglichen Messstellen können wir die Anlage Ortenaukreis aufstellen“, so Busam. Damit könne der Wunsch der Kommunen nach längeren und passgenaueren Messzeiten an bestimmten Orten erfüllt werden.

Die Anschaffungskosten für so eine Anlage - je nach Hersteller bis zu 250.000 Euro – wurden im Doppelhaushalt 2019/2020 bereits eingeplant. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei rund 120.000 Euro. Zur Bearbeitung der Fälle müsste die Bußgeldstelle um zwei zusätzliche Stellen aufgestockt werden. „Wir gehen davon aus, dass sich die Gesamtkosten über die zusätzlichen Bußgeldeinnahmen finanzieren“, bestätigte Dezernent Loritz.

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