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17.04.2019

Landratsamt beginnt mit Altlastensanierung in Rheinbischofsheim

Die hydraulische Sanierung der Grundwasserverunreinigung, die durch eine ehemalige chemische Reinigung im Ortskern von Rheinbischofsheim verursacht wurde, startet im Sommer.

„Wir rechnen mit einer Sanierungsdauer von zehn bis fünfzehn Jahren“, erklärt Bernhard Vetter, Amtsleiter Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Ortenaukreis. So lange wird es voraussichtlich dauern, bis das Grundwasser im unmittelbaren Abstrom des ehemaligen Standorts der ehemaligen chemischen Reinigung Berger in Rheinbischofsheim wieder die vorgeschriebenen Trinkwasserwerte aufweist.

Die beengten Platzverhältnisse vor Ort stellten die Planungsexperten vor bauliche Herausforderungen. Um die Sanierungsinfrastruktur in erforderlichem Maße realisieren zu können, gingen seit 2017 parallel zu den Planungen umfangreiche Vorabklärungen und Verhandlungen mit der Gemeinde und den Grundstückseigentümern voraus. Mit Rücksicht auf die umliegenden Anwohner wurde besonders auf den Schallschutz großen Wert gelegt.

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»Leitungsführung«, Sanierungsbrunnen unten rechts, Grundwasserreinigungsanlage links oben

„Ebenfalls angestrebt ist eine Reduzierung der Sanierungszeit und der damit verbundenen Kosten“, so Vetter weiter. Hierfür soll die Anlagentechnik ergänzt und weiterentwickelt werden. Dazu sind verschiedene Untersuchungen innerhalb des im Sanierungsbetrieb erzeugten Strömungsfeldes geplant. Die Gesamtkosten der Sanierung werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

 

Aus sieben Absaugpegeln im Zentrum des Schadensherdes wird das höchste Konzentrat an Schadstoffen entzogen. Vier Abwehrbrunnen verhindern, dass weiterhin kontaminiertes Grundwasser abströmt. Das kontinuierlich geförderte Grundwasser wird in der Reinigungsanlage gereinigt, bevor es in den Galgenbach eingeleitet wird. Im Schadensherd liegt eine bis zu 600-fache Überschreitung des hierfür zulässigen Grenzwerts vor.

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»Schadstoffahne« mit Schadstoffkonzentrationen

Vorbereitende Arbeiten beginnen bereits nach Ostern. Nach der Leitungsverlegung folgt die Herstellung der Leitungsanschlüsse und Sanierungsbrunnen im Bereich des Schadensherdes sowie auf dem Nachbargrundstück. Anfang Juni beginnt die Errichtung der Grundwasserreinigungsanlage hinter dem Feuerwehrgerätehaus, bevor Ende Juli der Sanierungsbetrieb aufgenommen wird. Zeitweise Verkehrsbeschränkungen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Info: Sanierungstechnik

Die Hauptbelastung der LCKW,  hier Tetrachlorethen, beträgt max. 6600 µg/. Die Schadstofffahne ist etwa 500 m lang und 250 m breit. 4 Abwehrbrunnen werden bis zu 15 m unter Gelände ausgebaut und 7 Absaugpegel  bis 5 m. Die gesamte Fördermenge beträgt 16,5 m³/h. Zur Verbindung mit der Reinigungsanlage sind etwa 1000 m Rohrleitungen und 1200 m Strom- und Steuerkabel erforderlich. Die Anlage ist in acht Containern verbaut. Herzstück ist eine zweistufige Aktivkohlefilteranlage mit zwei Vorbehandlungsstufen.  

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