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»Gesamtstrategie Zuwanderung«: Ortenaukreis bringt Integration weiter voran

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Wie hier in Rheinau beteiligten sich zahlreiche der im Ortenaukreis lebenden Zuwanderer an der Kreisputzete 2016 und sammelten gemeinsam mit Sozialarbeitern des Migrationsamts und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern achtlos weggeworfene Abfälle ein Nachweis: Landratsamt Ortenaukreis

Der Kreistag des Ortenaukreises hat die Fortschreibung der „Gesamtstrategie Zuwanderung“ in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag, 6. November, einstimmig beschlossen. Für die bisher im Rahmen des landesweit einzigartigen Konzepts umgesetzten und angestoßenen Maßnahmen gab es viel Lob vonseiten der Fraktionen. Zudem sprach sich der Kreistag dafür aus, die Fortschreibung um drei wesentliche Projekte im Bereich der Erwerbsintegration durch Arbeitsgelegenheiten, des Angebots offener Familien- und Begegnungstreffs sowie eines Ausbildungsprogramms für Zuwanderer am Ortenau Klinikum zu ergänzen und diese mit den notwendigen Mitteln zu fördern.

Um die zugewanderten Menschen bestmöglich zu integrieren, hatte Landrat Frank Scherer bereits zu Beginn der Flüchtlingswelle, im Herbst 2015, die Erarbeitung des fachübergreifenden Strategiepapiers initiiert. In die Konzeptionierung bezog der Ortenaukreis die Städte und Gemeinden, weitere Verwaltungen und Institutionen im Kreis ebenso wie ehrenamtliche Flüchtlingshelfer mit ein. Der fast 100 Seiten umfassenden Gesamtstrategie mit über 60 Projekten und Maßnahmen in den verschiedensten Lebensbereichen stimmte der Kreistag im November 2016 zu. Aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen, unvorhersehbarer Entwicklungen und zur Kontrolle der Projektumsetzung war von Anfang an vorgesehen, die Gesamtstrategie sukzessive fortzuschreiben. 

„Die Integration der zu uns gekommenen Menschen war und ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Deswegen sind wir diese Herausforderung im Ortenaukreis gesamthaft und strategisch angegangen“, so Landrat Scherer. „Mit der Fortschreibung, die wir weiterhin in engem Zusammenspiel mit allen Partnern in Politik, Verwaltung und dem Ehrenamt abstimmen, können wir der Dynamik in diesem Bereich gerecht werden“. Tatsächlich haben sich die Arbeitsschwerpunkte, insbesondere auch aufgrund des abrupten Rückgangs der Flüchtlingszahlen, verschoben, erläuterte der Landrat. Sei zunächst die Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises im Mittelpunkt gestanden, so seien es mittlerweile die nachhaltige Integrationsarbeit und die Anschlussunterbringung. 

Die Fortschreibung der „Gesamtstrategie Zuwanderung“ geht auf den Status quo der bereits durchgeführten und gestarteten Projekte in den verschiedenen die Zuwanderung betreffenden Querschnitts- und Fachbereichen ein und zeigt auch weitere Handlungsbedarfe auf. Sie umfasst wie die Gesamtstrategie selbst als Handlungsfelder die Unterbringung und Weiterverteilung von Flüchtlingen, die Arbeit der gesamten Kreisverwaltung, den Bereich Soziales und Jugendhilfe, die Integration durch Sprache, Bildung und Kultur, die Integration durch Arbeit sowie die Medizinische Versorgung. 

Wie von den zuständigen Ausschüssen empfohlen, stimmte das Gremium auch drei weiteren Projekten zu, die die Fortschreibung ergänzen: So unterstützt der Kreistag das Projekt „AGH – Maßnahmen (Arbeitsgelegenheit) für Flüchtlinge“ und ruft die kreisangehörigen Kommunen sowie gemeinnützigen Träger auf, zusätzliche geeignete Tätigkeiten für Arbeitsgelegenheiten bereitzustellen.

Außerdem sollen die Offenen Treffs zur Integration von Zuwandererfamilien im Ortenaukreis zunächst bis zum Ende des Geltungszeitraums des nächsten Doppelhaushalts gefördert werden. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von jeweils 50.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 werden im Doppelhaushalt bereitgestellt.

Auch für das „Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund am Ortenau Klinikum“ (ProMO), das Flüchtlingen eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe ermöglicht, sollen für diese beiden Jahre je 50.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

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