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Zu Gast bei Lahrer Wimperfledermäusen

Ausstellung noch bis zum 31. August am „Treffpunkt Ortenau“ auf der Landesgartenschau

Von den Schwarzwaldhöhen bis in die Rheinebene – der Ortenaukreis bietet durch seine abwechslungsreiche Landschaft Raum für viele Tier- und Pflanzenarten. Eine weithin eher unbekannte zoologische Rarität ist das Vorkommen der Wimperfledermaus. „Tatsächlich sind die Vorkommen dieses sonst eher südlich der Alpen lebenden Tieres in Deutschland fast ausschließlich auf die badische Rheinebene beschränkt“, weiß Martin Straube, Amtstierarzt beim Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Ortenaukreis.

Der promovierte Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere ist Fledermausexperte und kennt auch das größte deutsche Quartier der nachtaktiven Tiere. „Auf dem Dachboden der Kapelle des Lahrer Bergfriedhofs finden sich jeden Sommer rund 800 Wimperfledermaus-Weibchen ein, um dort gemeinsam ihre Jungen aufzuziehen. Hier haben sie eine ungestörte Bleibe mit angenehmen Mikroklima gefunden“, so Straube. Wenn es dunkel wird, starten die Tiere in Richtung der Jagdreviere, die in einem Umkreis von über 20 Kilometern um ihr Tagesquartier herum liegen. Dort erbeuten die Fledermäuse Insekten, Spinnen und Weberknechte in einer Menge, die zwei Dritteln ihres eigenen Körpergewichts entspricht. „Der Nahrungsbedarf aller Lahrer Wimperfledermäuse liegt also etwa bei drei Kilogramm pro Nacht!“, verdeutlicht der Amtstierarzt. Genau wie bei der Quartierwahl erweisen sich Wimperfledermäuse auch in diesem Zusammenhang als echte Kulturfolger. Denn ihre Beute suchen sie nicht nur in Wäldern und Obstwiesen, sondern in erheblichem Umfang in Viehställen. „Vor allem die vielen Fliegen in Kuhställen locken die geschickten Flugakrobaten hierher“, sagt Straube.
Seit mehreren Jahren werden die Tiere in ihrem Lahrer Quartier bei jedem Ein- und Ausflug automatisch gezählt, Biologen haben dort Lichtschranken angebracht. „So kann die Entwicklung des Bestands im Auge behalten werden, ohne die Tiere zu stören. Auch eine Infrarotkamera ist auf dem Dachboden installiert, sodass von den Tieren unbemerkt detaillierte Einblicke möglich sind“, so Straube.
Noch bis zum 31. August gewähren Mitarbeiter des Amts für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung und der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz einen besonderen Blick ins Leben der außergewöhnlichen Lahrer Fledermauskolonie. Im Landkreis-Pavillon am Treffpunkt Ortenau auf dem Lahrer Gartenschau-Gelände vermitteln sie - unterstützt durch eine Ausstellung und einen Infofilm - aus dem Lahrer Quartier wissenswerte Details zur „echt badischen“ Wimperfledermaus.

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