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Informationen und Tipps zu multiresistenten Erregern (MRE)

Aktionstag des MRE-Netzwerks Ortenau auf dem Marktplatz Achern anlässlich des Internationalen Tags der Handhygiene

Informationen rund um multiresistente Erreger (MRE) erhalten Interessierte anlässlich des Internationalen Tags der Händehygiene am Samstag, 5. Mai, von 9 bis 12 Uhr auf dem Marktplatz in Achern. Gemeinsam werden Experten des MRE-Netzwerks Ortenau, dem neben dem Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis sowie dem Ortenau Klinikum weitere medizinische und pflegerische Einrichtungen im Landkreis angehören, Rede und Antwort zu den Hintergründen multiresistenter Erreger und den Umgang mit diesen im Alltag stehen. Zudem wird Andreas Schröder, Chefarzt der Klinikhygiene im Ortenau Klinikum, im benachbarten Rathaussaal zum Thema „Hygiene im häuslichen Umfeld“ informieren. Mit dem Aktionstag möchte das MRE-Netzwerk die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren, aber auch unbegründete Ängste durch gezielte Aufklärung abbauen.

„Seit dem ersten Nachweis von Bakterien mit Antibiotikaresistenzen haben sich multiresistente Erreger zu einem wachsenden Problem im Gesundheitssystem entwickelt. Die Behandlung von Infektionen dauert länger, die Pflege ist aufwendiger, die Kosten nehmen zu“, erklärt Beate Rauscher, Leiterin des MRE-Netzwerks beim Gesundheitsamt. „Hygienisch betrachtet ist die Situation zu Hause deutlich entspannter als im Krankenhaus, dennoch ist es wichtig, neben medizinischem und pflegerischem Fachpersonal auch die Bevölkerung zu sensibilisieren. Nur wenn wir die Infektionsraten kennen, können wir Behandlungen koordinieren und weiteren Erkrankungen vorbeugen“, so die Medizinerin. Daher gebe es deutschlandweit MRE-Netzwerke, seit 2014 auch im Ortenaukreis.

Das MRE-Netzwerk Ortenau wird vom Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis geleitet, ihm gehören Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pflegeheime und Pflegedienste, aber auch Transportdienste, ein Wundzentrum und Krankenkassen an. „Unser Ziel ist es, im gemeinsamen Verbund Lösungen zu finden. Nur wenn alle zusammenarbeiten, kommen wir bei diesem Problem voran“, so auch Ulrich Geiger, Hausarzt in Offenburg und Vorsitzender der Kreisärzteschaft. Ein erfolgreicher Umgang mit MRE sei nur durch ein regional abgestimmtes Handeln innerhalb der medizinischen Einrichtungen möglich.

Der Umgang mit MRE ist mittlerweile auch gesetzlich geregelt, seit 2009 besteht eine Meldepflicht für diese Erreger mit besonderen Resistenzen. Weil es in der praktischen Umsetzung immer wieder Fragen gibt, hat das MRE-Netzwerk Ortenau Infomaterialien für Betroffene, Angehörige und Einrichtungen veröffentlicht sowie einen „Überleitbogen“ entwickelt, der an den Schnittstellen für Klarheit beim aktuellen Behandlungsstand sorgen soll. „Mit diesem Überleitbogen schlagen wir die Brücke zwischen allen, die an der Versorgung eines Patienten mit MRE beteiligt sind“, betont Bernhard Faust, ärztlicher Leiter des Paul-Gerhardt-Werks in Offenburg.

Für Fachpersonal ist im Herbst dieses Jahres auch eine zielgerichtete Fortbildung zu speziellen Hygienethemen in Planung. „Besonderes Augenmerk werden wir dann auch auf die medizinischen Fachangestellten der Arztpraxen legen. Denn diese stellen eine wichtige Säule in der Versorgung der Patienten und für den Informationsfluss dar“, kündigt Uschi Klein, Oberärztin der Klinikhygiene im Ortenau Klinikum, an. Aktuell wird durch eine Fragebogenaktion der Themenschwerpunkt geklärt, der genaue Termin wird den interessierten Praxen schriftlich mitgeteilt werden.

Wissenswertes und Merkblätter zum Thema MRE können hier abgerufen werden.

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