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11.04.2019

Kommunale Gesundheitskonferenz im Ortenaukreis nimmt Fahrt auf

Ein Jahr nach Gründung erste kreisweite Schritte für gesundheitspolitische Fragestellungen in die Wege geleitet

Die Kommunale Gesundheitskonferenz Ortenaukreis (KGK) kam am gestrigen Mittwoch, 10. April 2019, zu ihrer zweiten Plenumssitzung im Landratsamt Ortenaukreis in Offenburg zusammen. Die KGK, die sich aus den verschiedensten gesundheitspolitischen Interessengruppen aus dem gesamten Landkreis zusammensetzt, wurde im April letzten Jahres ins Leben gerufen und versteht sich als Koordinierungs-, Beratungs- und Vernetzungsgremium. Sie entwickelt Ziele und Handlungsempfehlungen für die regionale Gesundheitsförderung und Prävention, die medizinische Versorgung sowie die Pflege.

„Ich freue mich, dass wir nach intensiver Arbeit unserer Arbeitsgruppen und unserer Geschäftsstelle bereits die ersten Ergebnisse präsentieren können“, so Reinhard Kirr, verantwortlicher Dezernent für Gesundheit im Landratsamt Ortenaukreis. „In den vergangenen Monaten haben wir wichtige Schritte in die Wege geleitet und Anstöße gegeben, um die ambulante medizinische Versorgung im Ortenaukreis auch in Zukunft sicherstellen und die notwendigen Nachwuchskräfte in Medizin und Pflege gewinnen zu können sowie die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung bestmöglich zu fördern“, so Kirr.

So erarbeitet die Kommunale Gesundheitskonferenz im Zusammenhang mit dem Kreistagsbeschluss vom 24. Juli 2018 Handlungsempfehlungen zur lokalen sektorenübergreifenden gesundheitlichen Versorgung und zu Nachnutzungskonzepten für die aufzugebenden Klinikstandorte. „Um diese Handlungsempfehlungen definieren zu können, führen wir aktuell eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse durch. Wir haben bereits die Gemeinden, Bürger sowie Hausärzte, ausgewählte Fachärztegruppen und Psychotherapeuten zu der gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis befragt“, erklärt Evelyn Bressau, Ärztin im Gesundheitsamt und Leiterin der Arbeitsgruppe „Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung im Ortenaukreis (Sektorenübergreifende Versorgung)“. Aus den Befragungen gehe hervor, dass die haus- und fachärztliche Versorgung, die Notfallversorgung und die Erreichbarkeit der Einrichtungen in Anbetracht der anstehenden Veränderung in der Kliniklandschaft große Herausforderungen darstellen. Ein möglicher Lösungsansatz sei die sogenannte sektorenübergreifende Versorgung, d.h. die Verzahnung des ambulanten und stationären Bereichs und die Einbindung verschiedenster neuer Berufsbilder im Gesundheitswesen. In einem weiteren Schritt sollen im Rahmen von sechs Bürgergesprächen im gesamten Ortenaukreis ab Juni dieses Jahres die Bedarfe und Ansichten der Ortenauerinnen und Ortenauer analysiert werden.

Als zentrales Ergebnis der Arbeitsgruppe „Nachwuchsgewinnung in Medizin und Pflege“ stellte die KGK die Einrichtung einer neutralen Koordinierungsstelle zur Umsetzung des neuen Pflegeberufegesetzes im Ortenaukreis vor. „Es ist ein gutes Signal, dass der Kreistag auf Handlungsempfehlung der Arbeitsgruppe der Einrichtung dieser Stelle zugestimmt hat. Ziel ist es, die Kommunikation, die Kooperation und die Zusammenarbeit aller an der Pflegeausbildung beteiligten Akteure zu unterstützen, um alle Ausbildungsplätze im Bereich der Pflege zu erhalten, wenn nicht sogar zu erhöhen“, so Reinhard Kirr.

Eine Fachtagung zum Thema „Gesundheitskompetenz“ im November 2019 hat die Arbeitsgruppe „Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung“ ins Leben gerufen. „Jeder Zweite in Deutschland verfügt über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz und hat somit Probleme Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. Hierbei sind bestimmte Personengruppen wie z. B. Menschen mit chronischer Erkrankung, mit Migrationshintergrund oder Menschen im höheren Lebensalter besonders betroffen“, so Ullrich Böttinger, Leiter der Arbeitsgruppe und Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste im Landratsamt. „Deshalb stehen diese besonders belasteten Zielgruppen im Fokus dieser Tagung. Alle Interessierten haben die Gelegenheit zu erfahren, was Gesundheitskompetenz ist und wie man sie fördern kann“, so Böttinger weiter.

Weitere Informationen zur KGK Ortenaukreis finden Sie auf deren Internetseite unter www.ortenaukreis.de/kgk

Hintergrundinformation: Bürgerbeteiligung
Ab Juni haben die Ortenauerinnen und Ortenauern in sechs Bürgergesprächen die Möglichkeit, sich zu verschiedenen Themen der Gesundheitsversorgung im Landkreis einzubringen, Fragen zu stellen, Anregungen zu diskutieren und der KGK ihre Ansichten mitzuteilen. Die Ergebnisse dieser Bedarfs- und Bestandsanalyse werden anschließend in der Arbeitsgruppe diskutiert, um daraus Handlungsempfehlungen für die politischen Gremien des Kreises zu erarbeiten. Unterstützt wird die KGK dabei vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

Die Termine sind:
Renchtal: 26. Juni 2019, 18 Uhr, Erwin‐Braun-Halle, Oberkirch
Kinzigtal: 5. Juli 2019, 18 Uhr, Kath. Gemeindehaus, Haslach
Achertal: 10. Juli 2019, 18 Uhr, Festsaal der Illenau, Achern
Offenburg: 12. Juli 2019, 18 Uhr, Großer Sitzungssaal Landratsamt, Offenburg
Kehl/Hanauerland: 17. September, 18 Uhr, Tulla‐Realschule, Kehl
Altkreis Lahr: 25. September 2019, 18 Uhr, Städtischen Gymnasium, Ettenheim

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Über die ersten Schritte der Kommunalen Gesundheitskonferenz Ortenaukreis freuten sich (v.l.n.r.): Reinhard Kirr, Dezernent für Sicherheit und Ordnung im Landratsamt Ortenaukreis, Janine Feicke, Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz, Arbeitsgruppenleiterin Evelyn Bressau vom Gesundheitsamt, Uwe Bittlingmayer, Referent und Professor an der Pädagogische Hochschule Freiburg, sowie Ullrich Böttinger, Arbeitsgruppenleiter vom Amt für Soziale und Psychologische Dienste. © Landratsamt Ortenaukreis

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