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27.11.2019

Ortenaukreis: Gelber Sack hat sich bewährt und wird beibehalten

Auch in Zukunft wird es im Ortenaukreis die getrennte Erfassung von Verpackungsabfällen mit dem Gelben Sack geben. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Ortenaukreises hat in seiner Sitzung am Dienstag, 26. November, einstimmig beschlossen, das System des Gelben Sacks für die Jahre 2021 bis 2023 fortzuführen. Seit 1992 werden Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien im Ortenaukreis auf diese Weise erfasst.

„Der Gelbe Sack hat sich im Ortenaukreis vor allem wegen seiner Transparenz, die es praktisch unmöglich macht, Restmüll illegal zu entsorgen, bewährt“, erklärt Martin Roll, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Ortenaukreis. „Ein großer Vorteil ist auch die hohe Flexibilität bei schwankendem Abfallaufkommen“, so Roll weiter. Steige etwa zu bestimmten Anlässen wie beispielsweise aufgrund der Weihnachtsfeiertage die Abfallmenge, komme man anders als bei der Tonne mit den Säcken nicht an die Kapazitätsgrenze. Auch der zusätzliche Platzbedarf für eine Tonne sei ein wichtiges Argument für den Gelben Sack. Zudem trage er nicht wie teils vermutet zum Plastikmüll bei; vielmehr werden die Säcke aus recycelten Stoffen hergestellt und gehen auch selbst nochmals in die stoffliche Verwertung. Dass, wie manchmal kritisiert wird, die Säcke reißen, könne weitgehend vermieden werden, wenn ausschließlich die vorgesehenen Leichtverpackungen lose, also ohne Druck, darin entsorgt werden.

Für die Sammlung und Entsorgung von gebrauchten Verkaufsverpackungen sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die sogenannten Dualen Systeme, verantwortlich. Schüsseln, Siebe und Plastikspielzeuge, also Nichtverpackungen gelangen als sogenannte „intelligente Fehlwürfe“ in den Gelben Sack oder werden über die Grauen Tonnen eingesammelt und in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) des Zweckverbandes Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) als Ersatzbrennstoff aufbereitet, danach vermarktet und verwertet. Im Rahmen des ZAK-Projektes „Rohstoffrückgewinnung aus Ersatzbrennstoffen“, das Ende 2022 in Betrieb gehen soll, werden neben der Phosphorrückgewinnung zusätzliche stoffliche Verwertungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Ausschleusung von Kunststoffen bei der Aufbereitung der Abfallströme geprüft.

Bereits 2009 hatte der Ausschuss für Umwelt und Technik einstimmig beschlossen, die getrennte Erfassung von Verpackungsabfällen mit dem Gelben Sack beizubehalten. Die jeweiligen Vor- und Nachteile von Gelbem Sack und Gelber Tonne sind von der Verwaltung und in den Gremien immer wieder auf den Prüfstand gestellt und diskutiert worden.