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02.03.2020

Ortenauer Gesundheitsamt koordiniert kreisweit die Tests auf das Coronavirus

Verfahren mit Kreisärzteschaft und Ortenau Klinikum abgestimmt

In Baden-Württemberg sind vermehrt Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten. Der öffentliche Gesundheitsdienst, die Kliniken und niedergelassene Ärzte arbeiten daran, eine Weiterverbreitung des Virus innerhalb der Bevölkerung zu minimieren. Mögliche Tests auf das Coronavirus koordiniert im Ortenaukreis ab sofort das Gesundheitsamt, wie dessen Leiterin Evelyn Bressau bekannt gibt. „Getestet werden nach wie vor nur solche Personen, die in Risikogebieten gewesen sind und erkrankt sind, oder nachgewiesenermaßen einen Kontakt zu einem bereits am Coronavirus erkrankten Patienten hatten und erkrankt sind“, betont Bressau.

Alle anderen Personen, die in Risikogebieten waren, aber nicht erkrankt sind, werden gebeten, zu Hause zu bleiben und wenn möglich für 14 Tage unnötige Kontakte vor allem mit chronisch Kranken und immungeschwächten Personen zu meiden.

Die Tests selbst werden nicht von den Mitarbeitern des Gesundheitsamts durchgeführt. „Das machen ausschließlich Ärzte aus der ambulanten oder stationären Versorgung. Die niedergelassenen Ärzte entscheiden weiterhin nach Symptomlage darüber, ob jemand getestet wird oder nicht“, so Bressau. Das Gesundheitsamt koordiniert als zentrale Meldestelle dann die Termineinteilung der ihnen von den Hausärzten und dem ärztlichen Bereitschaftsdienst gemeldeten Personen. Die Abstriche erfolgen in Räumlichkeiten des Ortenau Klinikums in Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Notdienst. Dieses Verfahren wurde zusammen mit der Kreisärzteschaft und dem Ortenau Klinikum festgelegt. „Daran werden wir uns strikt halten“, so Bressau, die auch betont, dass ein zu früher Test in der Inkubationszeit nicht sinnvoll sei, da negative Ergebnisse eine falsche Sicherheit vermitteln könnten. „Zu früh Getestete können später immer noch erkranken“, so Bressau. „Wir wissen, dass 80 Prozent der Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus milde verlaufen. Es sind häufig ältere und bereits vorerkrankte Personen, die schwere Krankheitsverläufe entwickeln. Was wir zurzeit verhindern wollen ist, dass gleichzeitig viele Menschen erkranken, damit das soziale Leben und auch die Infrastruktur des Gesundheitswesens nicht überlastet werden“, so die Amtsleiterin. Vorrangige Aufgabe sei es deshalb, erste Infektionsketten zu finden und weitere Infektionen zu vermeiden.

Für alle, die in Risikogebieten gemäß der Definition des Robert-Koch Institutes (RKI) gewesen sind und Symptome feststellen, gilt nach wie vor die Regelung, dass sie sich bei ihrem Arzt telefonisch melden. Wer am Wochenende medizinische Probleme bekommt, dem hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 weiter. Dort werden u.a. die Symptome erfragt und, wenn nötig, für die Durchführung eines Abstrichs an das Gesundheitsamt vermittelt.

Bei Fragen zum Virus hat das Gesundheitsamt ein Bürgertelefon mit der Rufnummer 0781 805-9695 eingerichtet. Weitere Informationen und Handlungsempfehlungen gibt es auch auf der Webseite des Ortenaukreises unter www.ortenaukreis.de/corona