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Gesamtverkehrskonzept für den Ortenaukreis nimmt weiter Fahrt auf

Kreistag gibt Mobilitätsstudie und digitales Verkehrsmodell zur Verbesserung der Infrastruktur in Auftrag

Um das Gesamtverkehrskonzept Ortenaukreis weiter voranzubringen, hat der Kreistag in seiner Sitzung am Dienstag, 6. November, einstimmig die Erstellung einer verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsstudie sowie den Entwurf eines digitalen Verkehrsmodells beschlossen. Ziel des Gesamtverkehrskonzepts ist es, die Verkehrsinfrastruktur im gesamten Ortenaukreis mittel- bis langfristig zu verbessern. Im Mai 2016 hatte Landrat Frank Scherer diesen Prozess angestoßen.

„Damit die Ortenau als Wirtschafts- und Bildungsstandort, Lebensraum und Tourismusdestination weiterhin attraktiv bleibt, ist es wichtig, die Verkehrsinfrastruktur im Ländlichen Raum des Ortenaukreises nachhaltig zu stärken“, so Landrat Scherer. „Damit dies, gerade im flächengrößten Landkreis Baden-Württembergs, gelingen kann, bedarf es eines ganzheitlichen Konzepts“, freut sich der Landrat über das Votum des Kreistags.

Grundlage für die umfassende Verkehrskonzeption ist die Erhebung, Analyse und Darstellung aller überörtlichen Verkehrsströme im Landkreis. Dies soll in Form einer Mobilitätsstudie und eines digitalen Verkehrsmodells erfolgen, d.h. eines digitalen Abbilds der realen Verkehrssituation, welches die Verkehrsbeziehungen und -stärken in der Region veranschaulicht. Darin berücksichtigt werden sollen der motorisierte Individualverkehr, der Güterverkehr in Form des Schwerlastverkehrs, der Öffentliche Verkehr, der Radverkehr, der Fußverkehr, das Carsharing sowie der sogenannte On-Demand-Verkehr wie u.a. Rufauto, Anrufsammeltaxi und Fifty-Fifty-Taxi. Aufbauend auf den Untersuchungen soll in Kooperation von Politik und Wirtschaft eine stufenweise Verkehrsnetzentwicklung entstehen.

„Mit der verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsstudie und dem digitalen Verkehrsmodell können wir bestehende Defizite identifizieren und künftig politische Entscheidungen für Investitionen und Verkehrslenkungsmaßnahmen auf einer gesicherten Datengrundlage treffen. Anstatt wie bislang nur auf Problemstellungen reagieren zu können, werden wir so in der Lage sein, mit zielorientierten Maßnahmen rechtzeitig agieren zu können“, so Landrat Frank Scherer.

In einem ersten Schritt hat das Landratsamt bereits die Städte und Gemeinden, Vertreter der Wirtschaftsverbände, weitere externe Partner und die Nahverkehrskommission beteiligt und mit diesen Schwerpunktthemen erarbeitet. Dazu zählen der Erhalt der leistungsfähigen Nord-Süd Verbindungen bei gleichzeitiger Verringerung der Belastungen in den Ortsdurchfahrten, der Anschluss Lahr-Nord/Friesenheim/Süd an die A 5 bei gleichzeitiger Entlastung der Ortsdurchfahrt Schuttern, die gerechte Verteilung der Belastungen im Ost-West-Verkehr, die Ertüchtigung der L 98 zwischen Pierre-Pflimlin-Brücke und Autobahnanschluss Offenburg als Anbindung an das französische Autobahnnetz sowie der Ausbau der LKW-Parkplätze entlang der großen Verkehrsachsen. 

In einem weiteren Schritt gilt es nun die erarbeiteten Schwerpunktbereiche zu bewerten. In seiner Sitzung hat der Kreistag deshalb die Verwaltung beauftragt, ein geeignetes Fachbüro für die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens zu finden und eine europaweite öffentliche Ausschreibung der Planungsleistung vorzubereiten. Auch für die Vergabe der Erstellung einer verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsstudie sowie eines digitalen Verkehrsmodells hat das Gremium grünes Licht gegeben. Für die Ausschreibungen hat der Kreistag im Doppelhaushalt 2019/2020 eine Summe von 420.000 Euro angesetzt.