Hilfsnavigation

Begleitkommission besucht bulgarische Partnerregion Vidin

Wirtschaftsthemen im Fokus

Großes Bild anzeigen
Die Delegierten um Landrat Frank Scherer (1.Reihe, 2.v.re.) mit Gouverneurin Albena Georgieva (1.Reihe ganz re.), Bürgermeister Vlamdimirov (1.Reihe, 2.v.li.) und dem ehemaligen Gouverneur Stefanov (1.Reihe ganz li.) vor der römischen Festung in Kula. Foto: LRA

Auf Einladung der neu ernannten Gouverneurin von Vidin, Albena Georgieva, besuchte eine von Landrat Frank Scherer angeführte neunköpfige Delegation des Ortenaukreises vom 8. bis 11. Juni die bulgarische Partnerregion Vidin. Die 34-jährige Nachfolgerin von Momchil Stankov möchte sich für den Ausbau des Tourismus einsetzen sowie die Bildung und Wirtschaft fördern. Dabei setzt sie auch auf die Kreispartnerschaft mit dem Ortenaukreis.
„Das erste Treffen mit der erst kürzlich ernannten Gouverneurin Albena Georgieva war wichtig, denn es bestätigte die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit unserer Regionen für die Zukunft“, sagte Landrat Scherer nach der Reise. „Dabei kommt unserer Zusammenarbeit zugute, dass Frau Georgieva zuvor zwei Jahre lang stellvertretende Gouverneurin war und daher mit den Themen unserer Zusammenarbeit bestens vertraut ist.“
Bei den Reiseteilnehmern handelte sich ausschließlich um Mitglieder und ständige Gäste der Begleitkommission „Kreispartnerschaft Vidin“, ein Ausschuss des Kreistags, der die seit 2011 bestehende Partnerschaft bei den gemeinsamen Projekten zwischen Vidin und Ortenaukreis unterstützt. Auf dem Programm stand unter anderem der Besuch einer neu errichteten Biogas-Anlage in Kula, eine von insgesamt 15 Anlagen in Bulgarien, die im Unterschied zu den anderen allerdings ausschließlich von privaten bulgarischen Investoren betrieben wird. Bei dem anschließenden Empfang in der 3.500 Einwohner-Gemeinde Kula, stellte Bürgermeister Vladimir Vladimirov den Ortenauer Kreisrätinnen und Kreisräten ein touristisches Kleinod der Gemeinde vor: ein in den vergangenen Jahren restauriertes Anwesen mit landwirtschaftlichen Nebengebäuden, das heute ein sehenswertes Dorfmuseum beherbergt.
Erstmalig stand auch ein Besuch der Delegation unter Landrat Scherer bei der Stadtverwaltung Vidin an. Bürgermeister Ognyan Tsenkov informierte dabei über sieben laufende Projekte, die mit Hilfe von europäischen Förderprogrammen umgesetzt werden. Darunter sind Schulsanierungsprojekte sowie Maßnahmen zur Stadtentwicklung, an denen sich Vidin mit der Hälfte der Kosten, rund 2,8 Millionen Euro, selbst beteiligt. Neben Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Tourismusentwicklung sieht ein weiteres Programm die Verbesserung der Energieeffizienz von Verwaltungs- und Wohngebäuden vor. Landrat Scherer zeigte sich von den städtischen Projekten beeindruckt: „Was die Stadt seit unserem letzten Besuch an Projektentwicklung geleistet hat, ist bemerkenswert. Vor allem handelt es sich um Projekte und Maßnahmen, von denen die Stadt und die Region langfristig profitieren werden.“

Im Beruflichen Gymnasiums „Asen Tslatarov“ in Vidin informierten sich zahlreiche Schülerinnen und Schülern, teilweise auch in Begleitung ihrer Eltern, über das diesjährige Qualifizierungsprogramm „Ortenau-Vidin“. Barbara Albermann, Referentin für grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Ortenaukreis, wurde dabei von dem früheren Kreisrat und ehemaliger Berufsschullehrer Gerd Baumer unterstützt. „Herr Baumer ist bestens mit der dualen Ausbildung betraut und konnte viele Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworten“, so Albermann. Gemeinsam präsentierten sie die neu überarbeitete Webseite www.ortenau-vidin.com. „Die Seiten wurden komplett entrümpelt und der Aufbau den jugendlichen Nutzern angepasst, so erhoffen wir uns ein höhere Zugriffszahlen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Jugendlichen selbst über den aktuellen Stand des Programms informieren können“, informiert Albermann.
Ziel des Qualifizierungsprogramms ist es, neben der Bildungskooperation mit Schulen der Partnerregion, junge Vidiner Schulabsolventen und Arbeitskräfte aus der Region, für eine Berufsausbildung oder Weiterqualifizierung bis hin zum Studium in der Ortenau zu gewinnen.
„Einer der Höhepunkte des Delegationsprogramms war die Eröffnung des Gemeindefestes in Chuprene im Beisein der Ortenauer Delegation“, berichtet Albermann. „Das über die Grenzen von Bulgariens bekannte Gemeindefest zieht an den drei Festivaltagen Tausende Besucher auch aus dem benachbarten Serbien und Rumänien an.“ Chuprenes Bürgermeister Vanyo Kostin ist seit Beginn der Kreispartnerschaft einer der Stützen der deutsch-bulgarischen Zusammenarbeit und bei den Ortenauer Kreisräten kein Unbekannter. So hat sich die Gemeinde 2015 für das damals gestartete Forstprojekt als Pilotgemeinde zur Verfügung gestellt und die Forstexperten aus der Ortenau für eine mehrtägige Waldbesichtigung empfangen. Kostin bedankte sich für die jüngste Computerspende des Ortenaukreises, von dem seine Dorfschule und anderen kleinere Schulen in der Region profitierten. „Bei den PCs handelte es sich um Geräte der Beruflichen Schulen Achern, die erst kürzlich gegen neuere Modelle ausgetauscht wurden“, so Albermann.

Der Delegation gehörten neben Landrat Frank Scherer und Barbara Albermann, die Kreisräte Bernd Bruder (CDU), Hans-Peter Heizmann (CDU), Carsten Erhardt (FDP) sowie die Kreistagsmitglieder Elvira Walter-Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) und die Kreisräte a. D. Karlheinz Axt (FDP) und Gerd Baumer (Bündnis 90/Die Grünen) an.