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Amt für Waldwirtschaft startet Aktion zum Erhalt und zur Vermehrung der seltenen Flatterulme

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Unter einer prächtigen Altulme wurden Sammelnetze zum Auffangen der Samen ausgebreitet. Foto: LRA

Das Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis hat in einer Ernteaktion Samen von regionalen Flatterulmen gewonnen. Die Samen sollen an Ortenauer Baumschulen verkauft werden, um daraus einheimische, an die Ortenauer Standorte angepasste Jungbäume zu ziehen. Die Pflanzen aus diesem Saatgut sollen wiederum in den Wäldern im Ortenaukreis gepflanzt werden. Insgesamt wurden in verschiedenen Kommunalwäldern und im Staatswald rund 60 Kilogramm Saatgut geerntet. 

„Unsere Initiative ist eine Reaktion auf das Eschentriebsterben“, so Holger Schütz, Leiter des Amts für Waldwirtschaft. „Vor allem in sehr feuchten Wäldern gibt es wenige Baumarten, die als Ersatz für die Esche gepflanzt werden können. Die Flatterulme ist neben Stieleiche, Pappel und Erle eine der wenigen Baumarten, die auch nasse und regelmäßig überflutete Standorte toleriert. Flatterulmen aus heimischem Saatgut sind jedoch am Markt nicht verfügbar. Mit unserer Aktion wollen wir den Baumschulen helfen, diesen Mangel zu beheben und so auch einen Beitrag zum Erhalt der seltenen Baumart leisten.“  

Zur Gewinnung des Saatguts hat eine Nagolder Forstsaatgutfirma schon vor Wochen Sammelnetze unter ausgesuchten Mutterbäumen ausgelegt. Nun wurden die Netze geborgen, das herabgefallene Saatgut gereinigt und zum Verkauf an verschiedene Baumschulen vorbereitet. „Wir hoffen, dass in zwei bis drei Jahren zahlreiche junge Ulmen in die Ortenauer Waldbestände zurückkehren werden“, so Schütz. Die Flatterulme sei selten geworden, auch weil ihr Stammholz lange Zeit als minderwertig galt. Außerdem sei sie nur äußerst aufwendig zu spalten und liefere beim Verbrennen nur wenig Energie. „Inzwischen ist sie wieder beliebter, nachdem Berg- und Feldulme einer Pilzkrankheit fast vollständig zum Opfer gefallen sind. Die Flatterulmen sind von dieser Krankheit weniger betroffen. Außerdem akzeptiert der Nutzholzmarkt die Flatterulme heute wieder besser als früher. Oft wird ihr Holz sogar auf Wertholzauktionen zur Herstellung von Möbeln verkauft“, erläutert der Amtsleiter. Im Waldbau sei die „Iffe“, wie sie im Badischen genannt werde, daher inzwischen gern gesehen, natürlich auch, weil seltene Arten grundsätzlich geschützt und gefördert würden. Ihren Namen habe die Flatterulme von der an langen Stielen sitzenden Frucht, die im Wind flattert.